4000 Stück sind verkauft. Bei der Premiere. Dennoch schaut KiKaG-Präsident Wolfram Beha nicht ganz glücklich drein. „Ich hätte mir schon ein paar mehr gewünscht“, gesteht er.

Die Kitzinger Karnevalsgesellschaft ist in diesem Jahr Ausrichter des Landkreisfaschingsumzugs. Bereits vor einem Jahr hatten sich Beha und seine Vorstandsmitstreiter Gedanken über die Finanzierung gemacht und eine neue Idee entwickelt: mit dem Verkauf eines Buttons wollten sie zumindest einen Teil der Kosten wieder reinholen.

„Die Entwicklung der letzten Wochen hat uns bestätigt, dass wir richtig lagen“, sagt Beha. In Karlstadt wird in diesen Tagen heftig über die Finanzierung des Umzuges diskutiert. Dort soll erstmals eine Gebühr erhoben werden, wogegen sich Widerstand in den sozialen Netzwerken regte.

„In Würzburg ist so eine Teilnehmergebühr längst Realität. Wir haben 50 Euro bezahlt, um mitfahren zu können“, so Beha

„In Würzburg ist eine Teilnehmergebühr längst Realität.“
Wolfram Beha, KiKaG-Präsident

Der Kitzinger hat Verständnis für die Finanzierungsüberlegungen der Kollegen, auch wenn eine Teilnehmergebühr für ihn nicht in Frage kommt. Auch beim größten Umzug im Landkreis Kitzingen sei das Finanzierungsthema überfällig. „Wo sonst gibt es eine Veranstaltung, die für alle kostenlos ist?“ Und die für die ausrichtenden Vereine mit hohen Kosten verbunden ist.

Versicherung, TÜV, GEMA, Rotes Kreuz. Dazu Musikkapellen und zwei Mann pro Umzugswagen, die nebenher laufen und darauf achten, dass den Zuschauern nichts passiert: All das muss bezahlt werden. Beha rechnet mit Kosten in Höhe von mindestens 5000 Euro.

Die Stadt setzt für die Bauhofkosten zusätzlich 4500 Euro an. „Die Straßen müssen ja wieder gesäubert werden“, erinnert der Pressesprecher der KiKaG, Dieter Kewersun. Und das Auswurfmaterial will auch erst mal bezahlt sein. „Dafür ist allerdings jeder Verein selbst zuständig“, betont Beha.

Sein Wunsch: In den Köpfen der Zuschauer wird sich nach und nach die Erkenntnis festsetzen, dass es so ein Ereignis nicht mehr zum Nulltarif geben kann. „Ich hoffe, das Verständnis wächst.“

Auf Unverständnis ist die KiKaG in den letzten Monaten mit ihrer Idee nicht gestoßen. Nur aus Dettelbach – zusammen mit Volkach und Kitzingen Ausrichter des Landkreisumzuges – kamen kritische Stimmen. Firmen und Bürger haben dagegen fleißig Buttons gekauft.

In Stadt und Landkreis Kitzingen. 4000 sind weggegangen. 5000 hatte die KiKaG zunächst geordert. Behas Plan ist damit nicht ganz aufgegangen. Der Präsident hatte gehofft, dass die erste Marge von 5000 Buttons weit vor der heißen Faschingsphase verkauft ist und ein weiteres Kontingent bestellt werden kann. „Aber ein richtiges Wir-Gefühl ist bislang leider nicht rübergekommen“, bedauert er.

Bei einem Euro liegt der Verkaufspreis für den Button. Abzüglich der Herstellungskosten rechnet die KiKaG mit einem Gewinn von rund 70 Cent. Etwa 2800 Euro sind damit bislang in die Kasse geflossen. „Immerhin eine Finanzspritze“, sagt Kewersun.

Die restlichen 1000 Buttons sollen nun beim Umzug selbst verkauft werden. Die SPD in Kitzingen hatte sich ursprünglich bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen und die Buttons an den Narr beziehungsweise die Närrin zu bringen. „Die haben aber leider doch nicht genug Leute zusammenbekommen“, bedauert Beha.

Er hofft jetzt auf andere freiwillige Gruppierungen, Einzelpersonen oder Schulklassen, die am Faschingsdienstag vor dem Zug herlaufen und den Verkauf übernehmen. Bis Ende dieser Woche können sich Interessierte bei ihm unter Tel. (09321) 44 83 melden. „Sie bekommen als Dank auch einen kleinen Obolus“, verspricht der Präsident.

Faschingstermine der KiKaG

1. Kostümsitzung am Freitag, 5. Februar. Es sind noch Restkarten im Deutschen Fastnachtmuseum zu haben. Karten können auch – soweit vorhanden – noch am Tag der Veranstaltung an der Abendkasse erworben werden.

Kinderfasching am Samstag, 6. Februar, los geht's um 14 Uhr im Dekanatszentrum. Einlass ist ab 13.30 Uhr.

2. Kostümsitzung am Rosenmontag, seit Wochen ausverkauft.

Landkreisfaschingsumzug am Dienstag, 9. Februar. Beginn ist um 13.30 Uhr.