Die Kollegen vom Lokalsport sind sich – fast – sicher: Am Ende der Fußballsaison kommt es zu einem Relegationsspiel zwischen dem Club aus Nürnberg und Greuther Fürth. Die einen wollen als Drittletzter die 1. Liga halten. Die anderen setzten alles daran, als Dritter der 2. Bundesliga wieder ins Oberhaus zu gelangen.

In Kitzingen scheint es ganz besonders fanatische Club-Fans zu geben, wie der gestrige Polizeibericht vermuten lässt. In der Meldung heißt es, dass an der Südbrücke in der Kitzinger Glauberstraße der Schriftzug „1. FCN“ in roter Farbe aufgesprüht wurde – als drei mal zwei Meter großes Bild. Das Graffiti könne, so vermutet die Polizei, ein Zeichen im Abstiegskampf sein.

Welche Strafe darauf steht, blieb leider offen. Wobei es vermutlich keine dreieinhalb Jahre sein dürften . . .

Womöglich, so die Mutmaßung des einzigen Nicht-Fußball-Fans in der Redaktion, müsse das Gemälde auch als Kritik an der ausufernden Hoeneß-Berichterstattung gesehen werden. Als Protest, weil der Prozess gegen den Ex-Bayern-Boss so gelaufen ist, wie er gelaufen ist: Irgendwie seltsam und mit zu vielen offenen Fragen. Zum Beispiel, woher Hoeneß mal eben 150 Millionen „Spielgeld“ hatte?

Es gibt viel zu sagen über den seltsamen und schwer zu fassenden Fall. Zu viel, wie der einzige Nicht-Fußball-Fan in der Redaktion meint. Er fängt nämlich wegen der ausufernden Hoeneß-Berichterstattung schon langsam an zu riechen.

Zumindest ist das eine Vermutung, nachdem der Kollege gestern beim Kaffeeplausch diesen wundervollen Beitrag vom Stapel ließ: „Ich mache das Radio an: Hoeneß. Ich mache den Fernseher an: Hoeneß. Ich mache den Computer an: Hoeneß. Jetzt traue ich mich gar nicht mehr, duschen zu gehen!“