Dann mal los: In Frankreich startet an diesem Freitag die Fußball-Europameisterschaft. Wie sieht's mit der Vorfreude aus? Wird Weltmeister Deutschland auch Fußball-König von Europa? Eine Spontan-Umfrage in der Redaktion:

Unser Teamkapitän Norbert Hohler ist sich sicher: Europameister wird Frankreich. Und Deutschland? „Fliegt im Halbfinale raus, mal wieder gegen Italien.“ Er selber ist in der ersten Woche live dabei und guckt sich zwei Spiele in Lille und eins in Paris an. Eine Woche Fußball mit allem, was dazu gehört.

Siegfried Sebelka ist „auf sieben Spiele eingerichtet“, also Endspiel. Trotz „magerer Vorbereitung“ ist er sicher: „Am Sonntag ist die deutsche Mannschaft fit. Sie wird sich wieder mal als Turniermannschaft und damit steigerungsfähig zeigen. Das Endspiel am 10. Juli ist fest eingeplant: „Wenn es dann zum Elfmeterschießen kommt, am besten gegen England, auch gut, Hauptsache Europameister.“

Wilhelm Roos ist sich sicher: Europameister wird Frankreich, „weil Euphorie, Heimvorteil und Qualität der Mannschaft zur Erfolgsmischung werden können“. Wobei der Endspiel-Gegner durchaus Deutschland sein könnte. Der Sportredakteur vermisst diesmal die Vorfreude. „Das liegt möglicherweise an den Sicherheitsaspekten. Wenn aber der Ball rollt, wird sich das hoffentlich ändern.“

„Heute haben wir zu viele Quasselstrippen.“
Robert Stöckinger über die Qualität der Fußball-Kommentatoren

Sein Sport-Kollege Eike Lenz hat da so ein Gefühl. „Mein Bauch sagt mir: Island. Die Isländer mit ihren Elfen, Gnomen und einer singenden Eisblume namens Björk sind von einer so sympathischen Bescheidenheit, dass ich gerne eine Wikinger-Lanze für sie breche. Sie können eine Finanzkrise bestens auskurieren, den Flugverkehr über Europa lahmlegen, einen Komiker zum Bürgermeister wählen und Rudi Völler zu einer Weißbier-Wutrede inspirieren. Was bitte sollte die elf Elfen davon abhalten, auch eine Fußball-Europameisterschaft zu gewinnen?“

Michaela Stumpf ist kurz vor Anpfiff „die EM völlig wurscht“. Aber es besteht Aussicht auf Besserung: „Wenn das erste Spiel der Deutschen am Sonntag gut läuft, wird sich das ändern. Selbstverständlich setze ich auf Weltmeister Deutschland. Die Jungs werden das Kind schon schaukeln – vor allem der frischgebackene Vater Lukas Podolski.“

Auch Conny Puls kann bisher nicht wirklich viel mit dem Fußball-Großereignis anfangen. Den Fans wünsche sie „trotzdem viel Spaß und eine hoffentlich unbekümmerte Zeit ohne Angst vor Terroranschlägen“. Ihr Außenseiter-Tipp: Irland.

Franziska Strobl spricht gar von einem „völlig planlosen Statement“, ist sich aber sicher: Deutschland wird's! Grund: „Schließlich wurden sie 2014 schon Weltmeister – einen Tag nachdem mein Sohn geboren wurde. Das Finale haben wir damals im Krankenhaus auf einem iPad geschaut. Vier Elternpaare und vier Neugeborene.“

Für Robert Stöckinger steht fest: Spanien wegen der Erfahrung oder Frankreich mit dem Heimvorteil holen den Titel. Oder doch Deutschlands Bubi-Team? „Wir kommen mindestens ins Halbfinale, das war schon immer so. Drunter geht nichts.“ Er freut sich auf „Fernseh-Experte Scholl in Hochform“ und vermisst gleichzeitig „die Fernseh-Kommentatoren der alten Schule aus der Zeit der Siebziger Jahre. Heute haben wir viel zu viele Quasselstrippen am Mikrofon.“

Andreas Knappe, bekennender Fan der Münchner Löwen, ist noch angeschlagen: „Die zurückliegende Bundesligasaison hat einem 1860-Anhänger nervlich Vieles abverlangt. Ob es gut ist, dass keine 60er-Kicker dabei sind, soll jeder für sich beantworten. Ich hätte da keine Bedenken, zumindest bis zum Viertelfinale. Denn da könnte es gegen Italien oder Belgien eng werden. Wenn Löws Truppe da durchkommt, winkt das Finale – gegen Frankreich.“

Keine Frage – Gastgeber Frankreich macht das Rennen. Da ist sich Harald Meyer sicher. Das Interesse an dem Spektakel hält sich bei ihm noch in engen Grenzen. Worauf er sich dagegen schon jetzt freut: Wenn alle Fußball gucken, hat er seine Laufstrecken in Feld, Flur und Wald fast ganz für sich alleine.

Belgien schlägt Spanien im Finale, Deutschland gewinnt gegen Frankreich das Spiel um Platz drei – mit diesen Tipps geht Frank Weichhan ins Rennen. Wobei er sich auch mit Irland oder Island anfreunden könnte – so lange er nicht mit vier Elternpaaren und deren Neugeborenen die EM verfolgen muss.