Auf Melanie Dietrich, Fränkische Weinkönigin 2012/13, sind in Fahr viele Einheimische noch immer mächtig stolz: Die mittlerweile 25-Jährige ist die bislang einzige Frau aus dem Volkacher Ortsteil, die die fränkische Krone getragen hat. Wenn man sie fragt, welche Anekdote aus ihrer Amtszeit ihr sofort einfällt, kommen gleich zwei wie aus der Pistole geschossen: Die eine betrifft ein Erlebnis in China, die andere ein kurios zustande gekommenes Treffen mit Angela Merkel. „Ich war Gast bei den Bayreuther Festspielen, wo es wegen des großen Rummels um ihre Person nicht gerade einfach ist, an die Kanzlerin ranzukommen. Sie unterhielt sich mit einem älteren Herr, ich stand relativ nahe. Er sagte dann zu Frau Merkel: 'Darf ich Ihnen meine Frau vorstellen?' Uns sie schaute mich an und sagte: 'Oh, sie haben aber eine sehr junge Frau.' Natürlich wurde über die Verwechslung herzlich gelacht, ich konnte mich vorstellen und einen kurzen Plausch mit der Kanzlerin halten“. Die zweite unvergessliche Geschichte passierte beim Aufenthalt in China, bei Melanie Dietrichs erster Weinprobe in Asien. „Ich habe den Wein im Glas kurz vorgestellt, wir haben angestoßen. Und die Chinesen haben ihn alle auf Ex runtergekippt, wie Schnaps.“ Sie sei ziemlich baff gewesen, erinnert sich Melanie Dietrich. Einer der Gastgeber, der es besser wusste, habe der Runde diskret erläutert, wie man Wein richtig genießt. „Danach lief alles wie gewohnt“, erzählt die Mathe- und Physikstudentin, die Lehrerin am Gymnasium werden will. Im Februar 2017 steht das Staatsexamen an, danach das Referendariat. Geblieben aus dem Jahr als Weinkönigin sei das gute Gefühl, „dass ich viel tun konnte für den Frankenwein, in Deutschland und darüber hinaus. Und die Begegnungen mit den Menschen waren wertvoll, haben mich als Person weitergebracht.“ ArchivFoto: Rudi Merkl