Tina Fricker-Bajo liebt Tiere. Das ist für jeden offensichtlich, der sie in ihrem Haus in Hohenfeld besucht – und das nicht nur, weil dort neugierig eine Katze um die Zimmerecke lugt. Der ganze Treppenaufgang zu ihrer Wohnung im ersten Stock hängt voller Tierzeichnungen. Vögel, Katzen, Hunde und Pferde schauen auf die Besucher herab. Von letzteren besonders viele, denn die malt die 37-Jährige am liebsten. „Schon als Kind hab' ich überall Pferde gezeichnet“, erzählt sie lachend. Seit sie selbst eines besitzt, hat sich diese Leidenschaft nur noch verstärkt.

Sieht Tina Fricker-Bajo irgendwo einen Stift liegen, kann sie gar nicht anders als danach zu greifen und loszumalen. Mal sind es nur kurze Kritzeleien während eines Telefongesprächs, ein andermal ein mehrstündiges Malprojekt. Bleistifte sind der Hohenfelderin dabei am liebsten, doch probiert sie sich neuerdings auch als Kuli-Künstlerin aus. Aus einer Schublade zieht sie ein Bild von einem Drachen. „Noch nicht fertig, aber auf einem guten Weg“, kommentiert sie das kuli-blaue Fantasiewesen.

Auch wenn sie und ihr Mann stolze Hausbesitzer sind, Platz für all ihre Zeichnungen bieten die Wände dort lange nicht. Aber irgendwo stapeln und vergessen möchte die gelernte Altenpflegerin aus Mainbernheim ihre Bilder auch nicht („schließlich hat man zu jedem Bild auch eine Bindung“). Also kam ihr die Idee, die Zeichnungen auszustellen und für einen guten Zweck zu verkaufen.

Bei der Stadt Kitzingen stieß sie auf offene Ohren. Beim Neujahrsempfang wurde Dr. Gerd Menche, der Vorsitzende des Tierschutzvereins Kitzingen und Umgebung, mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Ein schöner Rahmen, um einige Bilder zu präsentieren. Und das tat Tina Fricker-Bajo auch. Sie ließ ihre Zeichnungen in der Buchbinderei Grötsch in Iphofen rahmen und beschloss, diese zu Gunsten des Kitzinger Tierheims zu verkaufen.

Da der Empfang nur für geladene Gäste war, Tanja Fricker-Bajo aber allen die Chance geben möchte, ihre Bilder zu erwerben, geht sie jetzt in die Offensive. Gerne können sich Interessierte bei ihr melden und sich bei ihr ein Bild von den Zeichnungen machen. „Ich will mir keine goldene Nase verdienen, sondern das Geld spenden“, betont sie.

Ihre Begabung schiebt Tina Fricker-Bajo übrigens ihrem Vater zu. Der habe sie regelrecht angesteckt. „Jeder hat ein Talent – das sollte man auch ausleben“, findet sie. Und so nutzt sie jede Zeit, die sie zwischen Arbeit, Haus und Pferd findet, um sich an ihren Küchentisch zu setzen und loszuzeichnen. Öl und Aquarell malt sie nicht mehr so viel wie früher. Bleistift und Kuli sind eben schneller mal gezückt. Und die knappe Zeit ganz schnell vergessen.

Kontakt: Tina Fricker-Bajo, Tel. (0 93 21) 3 90 16 63 oder per E-Mail an tina.fricker@yahoo.de. Gerahmt kosten die Bilder 85 Euro, ohne Rahmen 45 Euro.