Wenn man es rein kalendarisch sieht, ist das Oktoberfest in München – das gestern Abend zu Ende ging – eigentlich der Auftakt zu unseren Weinfesten. Sie beginnen wieder in gut einem halben Jahr. Um auf dem Laufenden zu bleiben, hier ein paar Wies'n-Trends, weil sie auch für die Feierlustigen in der Nordhälfte Bayerns Stilprägend sind.

Nehmen wir Lederhose und Dirndl, das Muss aller Wies'nbesucher, die sich sonst nackert vorkämen. Sie gehören auf unseren Festivitäten mittlerweile zum tolerierten modischen Style. Der neueste Modehit aus München: das Wies'n-Outfit für Veganer. Zum Beispiel die „Hanflederne“, ohne Leder, durchaus brauchbar und genauso teuer wie eine gute alte Lederhose. Wird sie sich als Beinkleid für Frankens Kerle mit ethisch sauberen Grundsätzen durchsetzen oder bleibt es bei der Plastiklederhose vom Discounter und für die Ladys bei den bunten Minidirndln aus Synthetik mit Großraumausschnitt? Freilich sehen Manche das Dirndl schon als Auslaufmodell.

Hippiemäßig ging es heuer auf der Wies'n zu. Da könnte auch unseren Damen etwas blühen: Flower Power mit bunten Blumenkränzen auf dem Kopf, niedliche Gänseblümchen oder günstige „Plastic Fantastic“-Haarreifen. Dazu passend Ohrringe in Breznform – und für das Dekolleté kleine Lebkuchenherzen aus Kunststoff, deren Rand mit Swarovski-Steinen besetzt ist. Musikalisch bleibt es bei alten Grölern: Massenekstase bei „An Tagen wie diesen“. Und atemlos wird dann geschätzte 28 Mal wieder „Nacht“ auf „Macht“, „Tabu“ auf „Liebes-Tattoo“ und so fort gereimt.

Weil der Ententanz längst völlig out ist, gibt es den putzigen „Nasentanz“. Die Partner fassen sich gegenseitig an die Nase und an die Ohren und umarmen sich dann. Aber bitte nicht in den Körperteilen irren. In mäßig berauschtem Zustand sollte man das noch gefahrlos hinkriegen.