Als Clubfan an sich hat man es noch nie leicht gehabt. Die Leute haben sich nach den vielen Tiefs und den wenigen Hochs in der Vereinsgeschichte ein dickes Fell zugelegt. Ihr Leidensfähigkeit ist geradezu sprichwörtlich.

Leider ist die in dieser Saison, die ja heute in die nächsten Runde geht, wieder einmal besonders gefragt. Der 1. FC Nürnberg hat es geschafft, in der gesamten Vorrunde der Fußball-Bundesliga nicht ein Spiel zu gewinnen. Eine Leistung, die bisher noch niemandem gelungen ist. Die Buben haben zwar zig mal Latte und Pfosten getroffen, aber rein will der Ball nicht. Bis jetzt jedenfalls.

Und weil das so ist, leiden die Fans und werden zudem noch mit billigen Witzchen belästigt, die den Fan nicht unbedingt aufbauen. Dennoch müssen die natürlich erzählt werden, schon wegen der Chronistenpflicht. Derzeit kursiert folgende eher dramatische Geschichte: Scheidungsgericht. Die Trennung ist amtlich und der Richter muss die Frage klären, zu wem der zehnjährige Sohn kommt. „Du willst doch bestimmt zu deiner Mutter“, fragt der Richter. „Nein, die schlägt mich“, kommt als Antwort. Dann der Vater: „Nein der schlägt mich auch.“ Dann eben die Großeltern: „Nein die schlagen mich auch.“ Der Richter ist der Verzweiflung nahe, hat aber die rettende und für den Buben schmerzfreie Idee. „Dann gehst Du zum Club, der schlägt keinen.“

Eine harte Nummer, aber so ist es: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Oder wie es Heinz Erhardt zu sagen pflegte: Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung. Aber Achtung: Die Geschichte könnte eine Verfallsdatum haben, vielleicht schon Samstag, 25. Januar, gegen 17.15 Uhr, wenn der Club gegen Hoffenheim gewonnen hat. Den Fans wäre es zu gönnen. Bleibt nur eine Frage: Wohin bitte soll das arme Scheidungskind?