Was am Wochenende los war? Ärger gab's. Die Wahl zur Deutschen Weinkönigin ohne Beteiligung der Fränkischen Weinkönigin Kirstin Langmann, die in der Vorauswahl gescheitert war – das schlug hohe Wellen. Frankens Weinbaupräsident Herrmann Schmitt witterte Verrat und forderte gar eine Wildcard, wie man es aus dem Tennis kennt.

Das war natürlich ein wenig albern und zeigt einmal mehr: Mit Wahlen ist das so eine Sache. Wir erinnern uns da ein paar Jahre zurück, als der schönste Blick auf das fränkische Weinland gekürt wurde. Ganz offiziell vom Deutschen Weininstitut samt dazugehöriger Hoheiten und allem Pipapo.

Das Rennen hatte seinerzeit – bei einer im Verborgenen durchgeführten Abstimmung im Internet – der Casteller Schlossberg gemacht. Was insofern schlüssig schien, als man in Castell mit einem durchaus beachtlichem Talblick aufwarten kann.

Kaum war jedoch die gute Nachricht verkündet, ging's auch schon los. Schlechtwetterfront samt Zornesblitz zogen auf. Der allgemeine Tenor des Protestes: Nichts gegen Castell, aber für „Frankens schönste Weinsicht“ kämen ja wohl noch ein paar weitere Weitblicke, Stichwort Mainschleife, in Frage.

Die leer ausgegangenen Weinweitsichten wie Maria im Weingarten forderten damals zwar keine Wildcard und schlossen sich natürlich auch nicht zu dem Aktionsbündnis „Frankens zweitschönste Weinsichten“ zusammen – aber man war im Gegensatz zum Frankenwein mächtig angesäuert.

Seither wissen wir: Bei Wahlen in Verbindung mit Wein ist das mit dem Weitblick so eine Sache.