Ich gestehe, ich bin ein Schussel. Vor allem am frühen Morgen: Der startet mit der Suche nach dem Autoschlüssel, der Brille oder dem Lebenspartner einer meiner Socken. Kürzlich gab's auch einen strengen Verweis der besten aller Ehefrauen, weil die gemeinsame morgendliche Fahndung nach dem Handy (es lag im Auto) sie zur Haustüre unseres Häuschens führte, wo der dazu gehörende Schlüssel offensichtlich die Nacht verbracht hatte. Außen.

Ein wenig zerstreuter war die Dame, die zuletzt in Volkach den psychologischen Spürsinn der Polizei herausforderte. Die Seniorin hatte ihren Golf als geklaut gemeldet. Der zuständige Beamte – ausgestattet mit der gleichen Menschenkenntnis wie die beste aller Ehefrauen – ermittelte (auch) mit Verdacht auf Schussligkeit. Zu Recht. Die Dame hatte schlicht vergessen, wo sie den Golf geparkt hatte.

Socken, Schlüssel, Auto – alles lässliche Sünden für große Geister, die derlei Kleinigkeiten schon mal vergessen, wenn's ums große Ganze geht. Das dachten wohl auch die Investoren des einstigen US-Übungsgelände bei Kaltensondheim: 53 Hektar wucherndes Grün, auf dem ein Energiepark wachsen soll. Anfangs war nur bekannt, dass dort Sonne und Wind Strom ranschaffen sollen. Pläne, Zahlen, Fakten – nichts da.

Kein Verständnis für die zerstreuten Investoren hatte der Biebelrieder Gemeinderat. Zwei Mal kippte er den Energiepark vom Tisch und haute beim dritten Mal auf denselben – mit klaren Vorgaben. Ab jetzt können die Investoren das „Vergessen“ ihrer Pläne vergessen.

Die Fläche für den Energiepark steht fest (20 Hektar sind zum Planen übrig), die Höhe der Rotoren ist fix und selbst den Namen hat das Gremium den Planern aufs Auge gedrückt. Nix ist mit Energiepark Franken. Am Landturm soll das Teil heißen. Wenn's gebaut wird. Schließlich müssen die Investoren mitspielen. Falls nicht, wächst die Natur am Ex-Übungsplatz weiter und für die Biebelrieder gilt dann: Energiepark, könnt ihr vergessen!