Sind Sie schon einmal bei Eiseskälte durch den Schlamm gerobbt, haben mit Schwertern um ihr Leben gekämpft und sich mutig mit wilden Tieren angelegt?

Nein? Dann waren Sie wohl noch nie als Volontärin bei der Main-Post in Kitzingen. Denn meine fünf Monate in der Männerredaktion waren alles andere als langweilig.

Ja, es wurde gekratzt, geflickt und gefeiert. Ersteres bei den Tieren der Woche, letzteres vor allem durchgängig seit der Goldauszeichnung für die Stadt. Zwischen schreienden Katzenbabys und menschengroßen Blumensträußen hatte ich dann auch meinen ersten Platten bei einem Termin mit den Bienenflüsterern in Hüttenheim. Und nein, schuld waren nicht die Tierchen, sondern ein Nagel. Aber wer weiß, welches fließige Bienchen den unter meinen Autoreifen gelegt hat . . .

Nebenbei wurden in den vergangenen fünf Monaten auch meine (miserablen) Hausfrauenqualitäten abgefragt. Kaffee kochen – geht, Vanilleeis selbst machen – klappt einigermaßen, aber ein Geburtstagskuchen mit in die Redaktion bringen – schier unmöglich. Denn bei 40 Grad Außentemperatur wandelte sich die Konsistenz der Torte irgendwo auf der B 8 von einigermaßen fest auf stark flüssig. Folge: Literweise Erdbeerquarksuppe.

An dieser Stelle muss ich gestehen, dass manche Ereignisse im Rückblick leicht verschwommen erscheinen und ich eventuell an der ein oder anderen Stelle die Dinge ein wenig ausgeschmückt habe.

Wo wir gerade dabei sind: Beim Robben durch den Schlamm mit den Kitzinger Leichtathleten war ich übrigens – dank der Kamera um den Hals – nur bis zum Knöchel mit dabei. Und gegen den Adel habe ich auch nur in Gedanken von der Tribüne des Giebelstadter Freilichttheaters aus tapfer gekämpft.

Und die wilden Tiere? Mindestens 50 Puten haben mich auf dem Hof von Grünen-Politiker Hans Plate gejagt. Oder zumindest standen sie relativ zahlreich neben mir . . . also in ihrem Gehege . . .

Okay, Sie haben Recht. Ich übertreibe maßlos. Aber sind wir ehrlich, ansonsten hätten Sie die Glosse bestimmt nicht bis zum Ende gelesen. Und dann hätten Sie diese Danksagung verpasst: Danke an alle Kitzinger, die die letzten fünf Monate für mich so abwechslungsreich gestaltet haben. Es war schön bei Euch!