Zurück in die 80er (Teil 1): In den 80ern wurden Texte wie dieser noch auf der Schreibmaschine geschrieben. Verschreiben sollte man sich besser nicht. Wer sich vertippte, griff zu Tipp-Ex. Dann wurde es kompliziert – immerhin aber war der falsche Buchstabe am Ende weggezaubert.

Glaubt einem heute alles sowieso keiner mehr. So wie keiner mehr versteht, wie das mit der Aerobic-Welle war. Frauen in seltsamen Outfits – wir durften es in der Donnerstagsausgabe auf dieser Seite voller Verzücken sehen – machten seltsame Bewegungen.

Das war nur deshalb zu ertragen, weil Jane Fonda als Vortänzerin so unverschämt gut aussah. Genau genommen sah sie sogar geil aus – aber das Wort gab es damals noch nicht.

Wobei nicht nur Jane Fonda super aussah – wir alle boten eine umwerfende Erscheinung. Die Zeit der Schulterpolster und Puffärmel. Todschicke Mecki-Schnitte. Wahlweise auch auftoupierte Dauerwellen-Mähne.

Ganz Harte trugen spitze Schnabelschuhe. Oder ziemlich indiskutable Cowboystiefel. Jeans bis zum Hals. Regenjacken gab es nur in einer Farbe: neongelb. Dazu Netzhemden. Tennissocken waren der letzte Schrei.

Knallbunt auch das Aushängeschild der 80er: die Leggings. Unverwüstlich, die Dinger. Beileibe nicht nur für Aerobic-Wütige. Passte zu nichts, wurde aber mit allem kombiniert. Was ähnlich furchtbar war wie der Fuchsschwanz am Auto, den heute auch keiner mehr so richtig erklären kann.

In den 80ern musste man eine Gesinnung haben. Und zu ihr stehen: Denver-Clan oder Dallas? Dazwischen Schwerter zu Pflugscharen. Es galt, eine prinzipielle Entscheidung zu treffen: Ob man wirklich cool sein wollte – oder lieber ein Popper.

Popper, nur damit da keine Missverständnisse aufkommen, waren Typen, die pastell- und crémefarben daher kamen, Kaschmir-Schals sowie Krawatten trugen und sich die Haare bis zum Mond stylten. Lackaffen also, gegen die nicht einmal Tipp-Ex half. (Fortsetzung folgt)