Es geht in Kitzingen derzeit um Schotter. Und das nicht nur wegen der Haushaltsberatungen, bei denen viel Schotter hin und hergeschoben wird. Rund 60 Millionen Euro, um genau zu sein.

Wie das mit den Einnahmen und Ausgaben auf die Reihe kommt, ist auch interessant, aber nicht unser Thema. Es geht an dieser Stelle um den richtigen Schotter. Der kann zwar auch hin und hergeschoben werden, muss aber davor mit Lastern angekarrt werden.

Der Schotter ist ein ebenso interessanter wie rätselhafter Baustoff. Bisher jedenfalls hat noch keiner nachvollziehbar erklären können, warum auf Schotterflächen immer wieder die gleichen Löcher an der gleichen Stelle entstehen, auch wenn sie zigfach mit Schotter gefüllt werden.

Wenn irgendjemand mit wissenschaftlichem Anspruch dem Rätsel auf die Spur kommen will, hätten wir einen Tipp. Als Experimentierfeld bietet sich Kitzingen an. Kaum eine Gemeinde im näheren und weiteren Umkreis hat mehr Liegenschaften, die mit dem grauen Material gefüllt und entsprechend gut durchlöchert sind.

Am Bahnhof gibt es gleich zwei Flächen, rechts und links, die sich für Untersuchungen anbieten. Dann die großen aus den Zeiten der kleinen Gartenschau stammenden Parkplätze in Etwashausen. Auch hier Schotter ohne Ende und jede Menge Platz für alle möglichen Versuchsanordnungen. Dazu kommt der besonders schön durchlöcherte Parkplatz am Aqua-sole. Hier zeigt sich anschaulich, wie wandelfähig Schotterflächen sein können: Eisfeld, Seenplatte oder Staubwüste, alles ist im Lauf des Jahres zu haben.

Allerdings drängt die Zeit. Die Fans des Gesteins werden es bedauern, aber der Schotterplatz am Schwimmbad wird bald nicht mehr in voller Schönheit zur Verfügung stehen. Im Herbst wird saniert. Der Schotter verschwindet, mit viel Schotter (710 000 Euro) übrigens.