Haben Sie es gemerkt? Ganz plötzlich – ähnlich schnell wie der Sommer kam – hießen die Nacktscanner nicht mehr Nacktscanner – sondern Körperscanner.

Vielleicht erinnern Sie sich auch noch an die Diskussion, das Sankt-Martins-Fest umzubenennen – in Sonne-Mond-und-Sterne-Fest. Nie wieder lesen werden Sie auch Mohrenkopf oder Negerkuss. Oder gar Zigeunerschnitzel.

Darf man eigentlich noch Indianer sagen? Oder wird da schon wieder eine Minderheit diskriminiert? Und wie steht's um die Schleiereule – nicht, dass da irgendwelche Beschwerden wegen des Schleiers kommen.

Irgendwie wird gerade alles umbenannt. Das zeigte sich diese Woche auch am Kitzinger Amtsgericht, als eine Zeugin auf die Frage nach ihrem Beruf „Etagenhelferin“ angab. Weil nicht nur der Richter daraufhin etwas sparsam guckte, ergänzte die Frau: „Früher hieß das Putzfrau!“

Wobei es das eigentlich auch nicht sein kann: Ist „helfen“ nicht auch schon wieder herabwürdigend? Also wenn schon, müsste es doch wenigstens Key-Account-Etagenmanagerin heißen? Dann weiß auch jeder, was gemeint ist.

Ganz wichtig ist heutzutage zudem, unbedingt die Geschlechtsneutralität zu wahren. Da heißt es aufpassen und die Worte genau wägen. So zum Beispiel: Der/Die ReporterIn ging mit seiner/ihrer KamaraIn auf den/die TerminIn.

Was das für ein/e TerminIn war? Natürlich ein Sonne-Mond-und-Sterne-Fest, zu dem wir mit unserer Key-Account-Etagenmanagerin auf einen Negerkuss verabredet waren.