Wahlkampf-Blüten (Teil 2): Die Krone täglich wechseln. Jeden Tag zweimal baden. Die Lottozahlen eine Woche vorhersagen. Jeden Tag im Jahr Geburtstag haben. Nie mehr pleite sein.

Das alles und noch viel mehr wollte er machen, der Rio Reiser, wenn er „König von Deutschland“ wäre. 1986 kam der Song auf den Markt. Ist schon eine Ecke her.

Rio, der Erste, ist leider schon verblichen. Seine Musik aber lebt. Beispielsweise als Wiesentheider Wahlkampfsong für Werner Knaier. Der Weg zu dem Juwel führt übers Internet: werner.wernerknaier.de.

Wahrscheinlich schafft es der Song nicht in die Hitparade. Weil er eher was für Hartgesottene ist. Warum? Darum: „Ein Bürgermeister mit Herz, drum wählt ihn im März.“ Oder auch: „Es ist viel gescheh'n, das kann man zum Beispiel am Bürgerbus seh'n.“

Und jetzt der Refrain: „Das alles und noch viel mehr, würd Werner machen, wenn er wieder Bürgermeister wär'.“

Aber vielleicht liegen wir auch falsch. Womöglich setzt der Bürgermeister-Werner-Song Maßstäbe und die Idee wird in den nächsten Wochen landauf, landab überall kopiert.

Ab sofort kein Kandidat mehr ohne Hymne! Der Trend geht zum Wahlkampfsong. Peter Kornell könnte auf Helene Fischer und „Atemlos durch die Volkacher Nacht“ setzen. Für Siegfried Müller in Kitzingen bietet sich Wolfgang Petry mit „Einmal noch“ an.

Am besten aber wäre, wenn jemand die Lottozahlen voraussagen könnte – meine Stimme hätte er.

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