Ohne die tägliche Wildunfall-Meldung in der Zeitung geht es nicht. Zuletzt krachte es in der Nacht zum Donnerstag auf der A 3, als mehrere Tiere zwischen den Anschlussstellen Wiesentheid und Kitzingen/Schwarzach auf der Fahrbahn auftauchten. Ein 50-jähriger Sprinterfahrer kollidierte mit zwei Wildschweinen, die den Zusammenprall nicht überlebten.

Wenig später stieß ein Geländewagen auf dem linken der beiden Fahrstreifen mit einem Reh zusammen, das ebenfalls nicht überlebte. Gesamtschaden laut Polizeibericht: 10 000 Euro.

Dazu passend fiel uns eine Statistik für das Jahr 2016 in die Hände, auf der die monatlichen Wildunfälle in Unterfranken erfasst sind. Ergebnis: Die meisten Unfälle, nämlich 850, gab es vergangenes Jahr im Mai. Gefolgt vom April mit 817 und Juni mit 730. Die ruhigsten Monate, falls man das in diesem Zusammenhang überhaupt so sagen darf, waren der Dezember mit 580 und der Februar mit 596 Karambolagen.

Deutschlandweit kommt es übrigens im Schnitt alle zwei Minuten zu einem Wildunfall.

Die Statistik wurde zudem nach den Unfallzeitpunkten aufgegliedert: Hier zeigt sich, dass es zwischen 21 Uhr und Mitternacht und 6 bis 8 Uhr am wahrscheinlichsten ist, dass es kracht. Wer mittags um 12 oder um 14 Uhr unterwegs ist, muss sich dagegen fast keine Sorgen machen, mit Keiler & Co. zu kollidieren.

Immer wieder erstaunlich auch, welche Kräfte bei Wildunfällen wirken: Wer beispielsweise mit 60 km/h auf einen Rehbock trifft, bekommt es mal eben mit einer Kraft von etwa 800 Kilo zu tun. Bei einem Wildschwein sind es bereits um die 3,5 Tonnen.

Die Unterfranken-Polizei weist außerdem noch darauf hin, dass die Wildunfälle gemeldet und die Unfallstellen abgesichert werden müssen. Damit es nicht so geht wie kürzlich, als eine Frau bei Willanzheim mit einem Reh zusammenprallte, als wäre nichts gewesen weiterfuhr und das Tier einfach auf der Straße liegen ließ – womit das nächste Unglück für einen nachfolgenden Wagen absehbar ist.

Aber so weit muss es erst gar nicht kommen. Weil wir gelernt haben: Wer Wildunfälle vermeiden und auf der sicheren Seite sein will, muss seine Aktivitäten nur entsprechend planen – und am besten alles auf die Mittagsstunden im Dezember verlagern.