Männer allein zuhause. Da sind wir im Hochrisikobereich. Wir, das bin auf jeden Fall ich. Zurückgelassen von der besten aller Ehefrauen, die sich etliche Tage gesundheitlich und wellnessmäßig aufarbeiten lässt. Allerdings hat sie ihrem Lieblingsschussel in weiser Voraussicht noch einige Anweisungen und Gebrauchsanleitungen fürs tägliche Überleben mitgegeben.

Jeder Lappen hat eine Aufgabe

Ich weiß jetzt endlich, wo sich die Alufolien immer verstecken und wo das destillierte Wasser für das neue Bügeleisen steht. Ein Riesenteil, das mich mit Ehrfurcht erfüllt. Technik von morgen für die Hemdkragen von gestern. Eine Sache für sich sind verschiedenfarbige Putzlappen, die alle einen eigenen Bearbeitungsort haben. Rot für die Kloschüssel, grün für Dusche und Waschbecken, gelb . . . und so weiter. Die Welt des Putzens ist nichts für jemanden, der die Chaostheorie liebt.

Eine besondere Herausforderung ist die neue Waschmaschine. Zu der gibt's eine ganze Batterie verschiedener Flüssigkeiten und Pülverchen, die aus dem jeweiligen Gewebeteil den letzten Schmutz rauszaubern. Im Prinzip sei alles ganz einfach, sagte die beste aller Ehefrauen nach einer längeren Produktpräsentation. Mittel rein, richtigen Knopf drücken, Wasser marsch.

Waschen - eine Sache für sich

Eigentlich ganz einfach. Und es hat geklappt. Trommel drehte sich und nach gut zwei Stunden war das Teil durch. Der Hausmann holt stolz die Buntwäsche – ein Fachausdruck – raus. Alles supersauber und mein weißes Hemd . . . weißes Hemd? Uuups. Egal. Die beste aller Ehefrauen wird sich über mein neues Hemd freuen – verwaschenes Altrosa mit grauen Schlieren. Vintage aus der Waschtrommel.