Zum 3. Mal verwandelt sich am Samstag die Mainpromenade an der Synagoge in ein Schaufenster der Kulturen. Fragen an ist die Referentin für Integration bei der Stadt Kitzingen, Astrid Glos.

Frage: Welche Idee steht hinter der Veranstaltung?

Glos: Wir wollten mit dem Fest, das wir seit 2010 jedes Jahr als Nachbarschaftsfest durchführen und das in diesem Jahr wieder mit dem Fest der Kulturen kombiniert ist, eine Möglichkeit der Begegnung mit den Menschen vor Ort und vor allem mit denjenigen aus anderen Ländern schaffen.

Worauf können sich Besucher freuen?

Glos: Es gibt viel Musik, Tanz und Sportdarbietungen, für jeden etwas und vor allem bunt gemischt für Klein und Groß, Jung und Alt. Und natürlich internationales Essen.

Es geht aber nicht nur um den Spaß?

Glos: Nein, mit dabei sind viele Mitglieder des Netzwerkes, das gemeinsam für Integration arbeitet: Die neue Migrationsberaterin, die soziale Stadt, das Stadtteilzentrum Siedlung, WirKT, das Arbeitslosenfrühstück, der Arbeitskreis Asyl und mehr.

Warum braucht man ein Netzwerk in der Integrationsarbeit?

Glos: Es ist wichtig, dass die Arbeit auf viele Schultern verteilt wird – und auf diejenigen, die sich damit auskennen. Dann kann man die Leute an die richtigen Stellen verweisen.

Welche Kulturen – oder Nationalitäten – sind denn eigentlich dabei?

Glos: Bei den Besuchern ist ja alles offen. Ich hoffe, dass Asylbewerber und Flüchtlinge zu Besuch kommen.

Wer organisiert das?

Glos: Es ist unsere gemeinsame Veranstaltung – Landkreis und Stadt Kitzingen – und da ist der Kreisjugendring. Aber alles kann nur gestemmt werden mit vielen weiteren Helfern.

Wie waren die bisherigen Erfahrungen?

Glos: Es waren nur positive Erfahrungen, es ist schön, in freudige und glückliche Gesichter zu schauen, wenn sie ihre Aufführung fehlerfrei auf die Bühne gebracht, etwas gewonnen oder einen Parcours absolviert haben. Ich nehme vor allem die vielen Gespräche mit.

Gibt es Handlungsbedarf, um das Miteinander der Kulturen zu verbessern?

Glos: Stillstand kann ich mir nicht vorstellen. Jede neue Aktion fördert die Akzeptanz, den Respekt vor einander. Mir ist wichtig, dass wir uns austauschen, dass ich schnell erkenne, wo der Schuh noch drückt.

Und wo drückt der?

Glos: Viele Leute fragen nach Schulungen oder Kursen. Einen Radfahrkurs für Frauen zum Bespiel wird nachgefragt, oder, noch wichtiger, einen Schwimmkurs für muslimische Frauen. Das anzubieten ist ganz schwierig. Ganz wichtig wären bessere Verbindungen. Wer in Geiselwind wohnt und zum Deutschkurs nach Kitzingen muss, für den ist es derzeit noch ganz schwierig.

Fest der Kulturen

Das Fest: am Samstag ab 11 Uhr auf der Mainpromenade hinter der Alten Synagoge. Über 30 Partner beteiligen sich, es gibt sechs Stunden Live-Darbietungen. Ein Höhepunkt ist die Theateraufführung FluchtEnde im Dekanatszentrum um 15.25 Uhr.

Neben dem Bühnenprogramm sind zehn Stationen mit Sport, Spiel, Basteln und Spaß aufgebaut, aber es gibt auch Besinnliches sowie sieben Info-Stände zu den Themen Integration, Asyl, Soziales und Ehrenamt.