Ohne Einnahmen macht der schönste Faschingsumzug keinen Spaß mehr. Die Verantwortlichen der Kitzinger Karnevalsgesellschaft (KiKaG) haben sich deshalb eine neue Finanzierungsmöglichkeit ausgedacht: den Button-Verkauf.

In hellen Grüntönen mit bunter Narrenkappe und städtischem Logo kommt der Button daher, den Philipp Brdlik entworfen hat. In roten und blauen Buchstaben steht darauf das Motto geschrieben: „Wir sind Fasching.“ 5000 dieser Buttons hat die KiKaG geordert. Jedes Stück kostet einen Euro. Gesellschaftspräsident Wolfram Beha ist optimistisch, dass die Marge bis zum 9. Februar verkauft ist – da startet der Landkreisfaschingsumzug in Kitzingen.

Die Karnevalsgesellschaften aus Kitzingen, Obervolkach und Dettelbach richten abwechselnd den Umzug aus, der zu den besucherstärksten Veranstaltungen im Landkreis gehört. Zwischen 12 000 und 15 000 Neugierige drängen sich Jahr für Jahr an den Straßen, um den Teilnehmern auf ihren Wagen zuzujubeln. 56 Wagen und 1500 Zugteilnehmer bildeten den Umzug 2013 in Kitzingen. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass für eine Veranstaltung mit so einer großen Anziehungskraft kein Obolus verlangt wird“, sagt Beha. Zumal der Ausrichter auf einem Teil der Kosten sitzen bleibt.

Feuerwehr, Rotes Kreuz, THW und die Musikkapellen wollen bezahlt sein, die Versicherungen und die GEMA-Gebühren schlagen ebenfalls zu Buche. Zwischen 6000 und 8000 Euro Defizit fallen in Kitzingen an. Geld, das aus der Vereinskasse beglichen werden muss. Geld, das jetzt zumindest teilweise über den Button-Verkauf hereinkommen soll.

Mitte September hat die KiKaG die Aktion gestartet, rund 200 Firmen und Geschäfte in Stadt und Landkreis angeschrieben und um Unterstützung geworben. Die Idee: Eine Firma kauft ein Kontingent und gibt es an die Mitarbeiter weiter. Oder Ladenbesitzer verschenken einen Button an Kunden.

Rund 1000 Stück hat die KiKaG bereits verkauft. Kleiner Wermutstropfen: „Ausgerechnet die großen Kitzinger Firmen haben kein Interesse gezeigt“, bedauert Beha. Das Ziel bleibt trotzdem unverändert: etwa die Hälfte des Defizits will die KiKaG dank der kleinen Plaketten auffangen. Bei Produktionskosten von rund 30 Cent müssten dafür 5000 Stück verkauft werden. Beha und seine Mitstreiter wollen jetzt verstärkt in die Öffentlichkeit gehen. und die Buttons unters Volk bringen.

KiKaG-Geschäftsführer Rainer Müller hofft auf den Reiz eines besonderen Gewinnspiels. Bis zum 31. Januar können Selfies mit dem Ansteckbutton an info@kikag.de geschickt werden. Die originellsten zwei Einsender dürfen beim Landkreisumzug in Kitzingen auf dem KiKaG-Wagen mitfahren. Hinter der Aktion, die in Mainfranken einmalig ist, steckt eine ganze Menge Arbeit. Und Sitzungspräsdient Bernhard Nägle hofft, dass mit der in Mainfranken einmaligen Aktion bei den Besuchern ein Gefühl der Verbundenheit ausgelöst wird: „Wir wünschen uns die Unterstützung durch die Bevölkerung.“

Wie notwendig die ist, verdeutlicht Präsident Beha am Ende der Pressekonferenz. „Wenn wir keine weiteren Einnahmen erzielen können, dann ist die Durchführung des Landkreisfaschingsumzuges in Kitzingen in Gefahr.“

Skeptisch sehen diese Aktion die am Landkreisfaschingsumzug beteiligten Städte Volkach und Dettelbach: Für Manfred Krapp von der Obervolkacher Karnevalsvereinigung, die den Volkacher Landkreisumzug ausrichtet, kommt diese Möglichkeit wahrscheinlich nicht in Frage: „Wir haben ja gar nicht genug Firmen, die wir anschreiben könnten.“

Der Präsident der Karnevalsgesellschaft in Dettelbach (DeKaGe) Lothar Apfelbacher lehnt das System strikt ab. „Ich glaube nicht, dass das funktionieren wird.“ Die Produktionskosten für die Plakette hätte die KiKaG lieber in die Finanzierung des Umzugs stecken sollen. Die Dettelbacher haben es finanziell allerdings etwas einfacher: Dort endet der Umzug an der Maintalhalle, wo die DEKAGE über die Bewirtung wieder Einnahmen verbuchen kann.

Verkauf: Der Button ist im Fastnachtmuseum zu erwerben.