So ist es halt im Leben. Theorie und Praxis gehen nicht immer zusammen. Das gilt fast überall. Auch in unsere Branche, in der es um Texte und Bilder und die Frage geht, was lesen die Leute und was nicht.

Einige sind sich die Gurus der Branche, dass es tolle Bilder sein müssen, die den Leser praktisch in den Text ziehen oder so ähnlich.

Ob das immer so stimmt? Manchmal kann man seine Zweifel bekommen. Nach einem Wochenende zum Beispiel. Die Lokalausgabe machte in einem Café die Runde. Ein Superbild auf der Seite eins, ein echte Hingucker.

Aber, wo schauen die Leute hin. Auf die Fotos, auf denen Menschen stehen und mehr oder weniger verzweifelt in die Kamera gucken. Dabei ist es egal, ob sich die Leute für den VdK, den Sportverein, die Schützen oder die Feuerwehr in Position bringen.

Das sind die wahren Hingucker. Denn wo erfährt man sonst auf einen Blick, dass der Udo ganz schön alt geworden ist, dass Olga wieder mal unmöglich zusammengestellt ist und der Hermann irgendwie auch nicht jünger geworden ist, wenn er auch immer noch diesen Blick drauf hat.

Also klasse Bilder sind klasse, aber mehr Gesprächsstoff liefern die unter den Fachleuten verpönten Aufstellbilder. Die sind zwar manchmal nicht arg schön, aber informativ. Und was machen wir jetzt? Wie immer, das eine tun und das andere nicht lassen, schon wegen der Olga, dem Udo und dem Hermann.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in der Print-Ausgabe der Main-Post.