Eigentlich ist der Blick zurück nicht unbedingt zielführend. Der Mensch soll alles hinter sich lassen, nach vorne blicken. Das stimmt allerdings nur bedingt.

Rückblicke, egal ob im Fernsehen, Radio oder in dieser unserer Zeitung, zeigen mehr als deutlich, wie schnelllebig die Zeit ist. Gut, in diesem Jahr ist angesichts der weltweiten Katastrophen einiges hängen beblieben. Dabei ist es schwer, den Überblick zu behalten. Dass die Griechenlandkrise über Monate die Schlagzeilen beherrscht hat, hat man angesichts von IS-Terror und Flüchtlingen gar nicht mehr so richtig auf dem Radar.

Was weltweit gilt, stimmt auch vor der Haustüre. Klar war das Jahr in Kitzingen das Jahr des Hitzerekords. Die Umbenennung in Hitzingen oder das T-Shirt „40,3 Grad, ich war dabei“, sind noch präsent, letzteres derzeit sogar noch tragbar. Dass viele Flüchtlinge Kitzingen erreicht haben, sieht man jeden Tag.

Andere Themen allerdings sind eher entfleucht. Dass die Störche von Geiselwind längst aus dem Nest und dem Gedächtnis geflogen sind, ist nachvollziehbar. Das gilt auch für die Kitzinger Kulturzeichen, die vom Sommersturm nicht nur von aus der Stadt, sondern auch aus den Köpfen geweht und von kaum jemand vermisst wurden.

Das Jahr war aber auch lehrreich, So haben wir gelernt, dass Saatkrähen nicht nur Krach machen, sondern auch Kinderspielplätze verschwinden lassen können. Und viele Kitzinger wissen seit der Sperrung der Bahnbrücke in der Sulzfelder Straße wieder, was ein absolutes Halteverbot ist. Gut, die Erkenntnis war viele Jahre nach bestandener Führerscheinprüfung nicht ganz billig. Aber nach einigen mit Strafzetteln unterstützten Lerneinheiten vor der Realschule und dem AKG ist dann doch die Erkenntnis gewachsen: Ein absolutes Halteverbot heißt nicht nur so, es ist eins. Die Methode wer nicht hören will, muss fühlen, scheint hier gegriffen zu haben. Aber aufpassen, der Jahresrückblick zeigt, wie schnell alles vergessen wird.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.