Die Frage, wie man mit einem Weihnachtsbaum umzugehen hat, wird regional sehr unterschiedlich beantwortet.

In Schweden und überhaupt in Skandinavien werden die Bäume – wenn die Ikea-Werbung recht hat - am St. Knuts Tag, also am 13. Januar, einfach aus dem Fenster geworfen und gut ist.

In Aidhausen in den Haßbergen ist der TSV zusammen mit dem CSU-Ortsverband auf eine ähnliche Idee gekommen. Zwar werden hier die Christbäume nicht aus dem Fenster, sondern weit geworfen. Beim Christbaum-Weitwurf-Wettbewerb 2017 zum Beispiel hat ein gewisser Dieter Kress den Baum exakt 5,67 Meter weit geworfen. Rekord ist das übrigens nicht. Vor einem Jahr ist der Baum auf 6,21 Meter geflogen. Geschleudert auch von dem Herrn Kress.

In Kitzingen werden die Christbäume weniger geworfen, sondern sind am Samstag, 14. Januar, von den Pfadfindern gegen eine kleinen Obulus abgeholt worden.

Das ist eigentlich schade, denn ein paar Wochen später hätten die Pfadfinder ein noch besseres Geschäft machen können. Es gibt nämlich tatsächlich Menschen – und es sollen nicht wenige sein – die lassen ihren geschmückten Baum stehen und stehen und stehen und erst nach Maria Lichtmess wird er entsorgt oder geworfen oder so.

Was zeigt, dass Christbäume eine ganz unterschiedliche Lebenserwartung haben. Es gibt welche, die kommen erst gar nicht in die Wohnungen, weil sie keiner schmücken will oder weil sie farblich nicht zum Mobiliar passen. Dann gibt es welche, die sind am zweiten Weihnachtsfeiertag reif zur Ernte. Viele überleben bis Neujahr, noch mehr bis Dreikönig. Dann aber ist für die meisten aber auch gut. Bis auf die ganz harten, die die Dinger tatsächlich bis zum 2. Februar noch sehen können. Ob mit oder ohne Nadeln, man will es gar nicht wissen, zumal auch das bald erledigt ist.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.