Also, die Schlacht ist seit dem Wochenende für dieses Jahr so gut wie geschlagen. Der leichte bis böige Wind hat am Sonntag dafür gesorgt, dass sich mindestens 95 Prozent der Bäume von ihrem Laub verabschiedet haben. Nur einige eichenartige Gesellen halten an ihren Blättern fest, als gebe ein kein Morgen.

Der Rest der Bescherung liegt am Boden und wartet auf seine Abfuhr. Am „Wie“ scheiden sich seit Jahren die Geister. Es gibt mindestens zwei Fraktionen. Die einen können es nicht ertragen, wenn auch nur ein welkes Blatt die Ordnung stört. Folge: Massiver und oft sinnloser Einsatz von Mensch und Material. Der Spätherbst wird so nach dem Frühjahr und dem Winterputz zur großen Zeit der Kärcher-Freunde, die sich an Laubbläsern und -saugern so richtig austoben können. Und wenn sie mit einer Runde fertig sind, geht's gleich wieder von vorne los. Aber die brauchen das.

Die anderen sehen den farbenfrohen Verfall eher gelassen. Sie schlurfen genussvoll durch die raschelnden Blätter und setzen auf die Erkenntnis, dass die Schwerkraft immer siegt und am Ende doch alles unten liegt. Dazu zeigt die Erfahrung, dass es interessante Windströme und -strömchen gibt. Die schaffen es in vielen Fällen, das Laub zwischen Garage und Hauseingang auf einem Platz so zu platzieren, dass es dann haufenweise und schnell entsorgt werden kann. Was wieder einmal zeigt: Am Ende reichen Geduld und Besen und das ist es schon gewesen. Bis zum nächsten Jahr.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.