Nein, das Ergebnis der Wahl vom Wochenende war kein Scherz und schon gar kein Aprilscherz. Wenn es auch manche dafür halten könnten. Tatsache ist, in Kitzingen wird sich nicht viel ändern. Das alte Personal im Rathaus und im Stadtrat ist auch in wesentlichen Teilen das neue.

Und Menschen über 50 ändert man nicht mehr. Das lehren die eigene Erfahrung sowie einschlägige und wissenschaftlich gestützte Untersuchungen. Damit reicht ein Blick auf den neuen eher alten Stadtrat und man weiß, was kommt.

Zurück zum Aprilscherz. Die gute Nachricht zuerst. Sie werden in dieser Ausgabe nicht den Hauch einer solchen Täuschungsmaßnahme finden. Der angeblich seit 1618 kursierende Brauch, Leute mit erfundenen Geschichten hereinzulegen, ist abgeschafft. Und das ist gut so. Scherze sollen ja eigentlich witzig sein. Der halbwegs witzige Aprilscherz wird allerdings noch gesucht.

Probiert haben den viele, auch Kollegen. In Kitzingen zum Beispiel vor über 100 Jahren. Am 1. April 1913 erschien ein Sensationsartikel in der Zeitung. Kitzingen sollte eine Luftschiffhaltestelle bekommen. Die Haltestelle war in der Gartenbaustraße Richtung Mainbernheim geplant, also in Etwashausen. Dann wird das imposante Bauwerk beschrieben, das sich die Kitzinger unbedingt anschauen müssen. Wichtig dabei: Die dominierenden Stahlteile werden geliefert von dem weltbekannten Riesenwerk „Allgemeine praktische Rohstahl-Installations-Lieferungsgesellschaft“.

Tolle Geschichte. Wenn Sie jetzt noch rausbekommen, wie die berühmte Gesellschaft abgekürzt heißt, dann wissen Sie, warum es gut ist, auch mal was wegzulassen.

Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.