Es geht nichts über die Ordnung oder andersrum, ohne Ordnung geht's fast nicht. Das gilt fast überall, auch in Bad Füssing.

Der größte Kurort Europas hat ja seine Bezüge zu Kitzingen. Nicht nur, dass man an jeder Ecke einen Kitzinger trifft, auch aus Zeiten von Entente florale kennt man sich. Vor gut zwei Jahren sind Kitzingen und Bad Füssing im Wettbewerb um die blühendste aller Städte gegeneinander angetreten. Am Ende hatten beide eine Goldmedaille auf Bundesebene gewonnen. Bei der Frage, wer Deutschland international vertreten darf, lag Kitzingen vorne.

Grund genug, sich mal bei der Gemeinde in Niederbayern umzuschauen, die das Glück hat, auf 56 Grad warmen Quellen zu sitzen, deren Wasser die Massen anzieht.

Genießen kann man das in drei Thermen. Wobei die Therme eins was Besonderes hat. Damit endlich zur Ordnung. Die wird an der zweispurigen Düsenstraße mit einem lauten Ding-Dong geregelt. Alle zwei Minuten erklingt der Ton und alle zwei Minuten wechselt man im 36 Grad warmen Wasser von einer tieferen Düse zu der nächst höheren. Am Ende ist man von Fuß bis zum Nacken durchmassiert – super Sache. Und man kommt ins Gespräch mit seinem Gegenüber. Klasse Sache, aber nur, wenn der Ding-Dong funktioniert. Vor einiger Zeit hat das Gerät geschwächelt. Die Folgen: Verheerend. Keiner wusste mehr, wann er zu wechseln hat. Staus, Gemecker, ja ansatzweise Streitereien waren die Folge. Die nicht immer nur positiven Charaktere der zugegebenermaßen nicht mehr ganz so jungen Bad Füssinger Zielgruppe traten offen zu Tage. Niemand will wissen, wie das ausgegangen wäre. Muss man auch nicht. Die Therme eins hat einen Ding-Dong-Spezialisten, der das Ding repariert und wieder Ordnung an der Düsenstraße geschafft hat, mit einem lauten Ding-Dong.

Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.