Sehen wir der Wahrheit ins Auge. Der Sommer ist so gut wie rum. Wir haken ihn schon mal ab. Auch wenn es noch ein paar warme Tage geben sollte, die laufen ab sofort unter Frühherbst.

Wobei alle, die an den Hundertjährigen Kalender glauben, heftig widersprechen werden. Das Werk sagt für den Juli einen Start mit großer Hitze voraus. Und der August, Zitat: „Abgesehen von Frühnebel sind die Tage schön warm und heiß. Der ganze Monat ist schön warm und trocken, es gibt jedoch etliche Gewitter.“

Soweit die nicht amtliche Wettervorhersage. Mindestens zwei Dingen sprechen aber eher gegen die Wiederkehr des bisher nicht vorhandenen Sommers. Einmal haben am Wochenende die Kirchweihen begonnen, in Gnodstadt zum Beispiel. Das ist natürlich wegen des umfangreichen Angebots an Essen und Trinken grundsätzlich positiv zu sehen. Deutet aber eindeutig in Richtung Herbst: Weil, Schäufele mit Klöß sind nicht kompatibel mit über 30 Grad im Schatten.

Dann ist da noch ein Hinweis aus Marktsteft, der Anfang Juli das Ende der Bremserzeit ankündigt. Das hört sich gar nicht gut an. Auch wenn der Kenner weiß, dass die Weintrauben derzeit nur für die Verarbeitung in der Schweinfurter Kugellagerfabrik taugen, das Schild gibt es wirklich (Beweisfoto anbei).

Also gut, was bei genauem Hinsehen die Lage ein bisschen entspannt, ist die Tatsache, dass es sich nur um Erdbeerbremser handelt. Vom dem hat so mancher gar nicht gewusst, dass es ihn überhaupt gibt. Ob das ein Nachteil ist, weiß man nicht. Zum Probieren ist es jetzt jedenfalls zu spät – wie für den Sommer auch.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.