Warum hört man nichts mehr vom Bermudadreieck? Sie wissen schon, das Seegebiet, in dem irgendein Unbekannter früher immer Schiffeversenken gespielt hat. Dann waren sie weg. Auch heute weiß die Forschung noch nicht, was da genau los ist.

Klar ist, dass das Phänomen Bermudadreieck oder das unerklärliche Verschwinden von bestimmten Dingen, überall vorkommen kann – auffällig oft übrigens auf den Kitzinger Friedhöfen.

Die Älteren erinnern sich an den Ärger vor ein paar Jahren. Wie von Geisterhand sind da die Aufsätze auf den Gießkannen verschwunden. Die Leute, die ein Grab gießen wollten, waren sauer. Es ging sogar soweit, dass die Menschen private Aufsätze mitbringen mussten. Dann kam ein ganz Gewiefter auf die Idee, die Aufsätze an den Gießkannenhals anzulöten. Das ging damals, weil die Kannen aus Metall waren. Damit war erst einmal Ruhe.

Bis sich das Bermudadreieck erneut öffnete und ganze Kannen mit angelötetem Gießer verschluckte. Das war schlimm. Und so ist es jetzt wieder. Nur, dass inzwischen die Kannen aus Plastik sind. Das hat die SPD-Stadträtin Astrid Glos im Kitzinger Stadtrat gesagt. Ihre Botschaft: Es gibt keine Gießkannen mehr. Das ist natürlich ein echtes Problem. Aber es ist lösbar. Fast unaufgefordert hat Umweltreferent Franz Böhm, der passender Weise auch Vorsitzender der Interessengemeinschaft Alter Friedhof ist, reagiert: „Wir besorgen neue. Die sage ich zu.“

Damit wäre die erste Not gelindert. Aber zwei Fragen sind noch nicht geklärt: Wer oder was steckt hinter dem Kitzinger Bermudadreieck? Und: Warum muss man öffentliche Gießkannen klauen, die es im einschlägigen Handel ab 2,99 Euro pro Stück gibt – im Sonderangebot noch billiger?

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.