Ehrensache: Ein Narrenmuseum kann nur am 11. 11. aufmachen. Gefeiert wird aber schon einen Tag vorher – die Einweihung mit geladenen Gästen steigt bereits kommenden Sonntag. Dazu Fragen an Bernhard Schlereth, den neuen Chef des runderneuerten Deutschen Fastnachtmuseums in Kitzingen.

Frage: Fastnacht ist für mich . . .

Bernhard Schlereth: . . . gelebte Lebensfreude – aber mittlerweile auch sehr viel Arbeit.

Denke ich an Faschingsmuffel . . .

Schlereth: Ich bin tolerant. Sie tun mir aber etwas leid, weil ihnen viel entgeht.

Chef der fränkischen Narren zu sein, bedeutet . . .

Schlereth: . . . das wunderschöne Franken vielfältig kennenzulernen und Kontakte mit vielen netten Menschen zu knüpfen. Aber auch Verantwortung für den Erhalt und die Förderung unseres Fastnachtsbrauchs zu tragen.

Wie viele Narren hat Franken eigentlich?

Schlereth: Im Fastnacht-Verband-Franken sind knapp 100 000 organisiert, davon 20 000 Jugendliche. Aber wie heißt es so schön: Die Zahl der Narren ist unbegrenzt!

Dass ich einmal Direktor des Deutschen Fastnachtmuseums werden würde . . .

Schlereth: Es war der Wunsch und Vorschlag des BDK-Präsidenten Volker Wagner. Dieser Vorschlag löste in Kitzingen nicht nur Begeisterung aus. Man hatte Angst, Schlereth entführt das Museum nach Veitshöchheim. Diese Vorbehalte und Bedenken sind wohl mittlerweile ausgeräumt.

So sieht derzeit mein Arbeitsalltag aus . . .

Schlereth: In den vergangenen Monaten war von früh morgens bis meist spät abends die Baustelle Deutsches Fastnachtmuseum in Kitzingen mein ständiger Arbeitsplatz. Nach der Einweihung liegt mein Augenmerk nun auf einem guten Start für das neu eröffnete Museum mit immer zahlreichen Besuchern, auf der Vorbereitung der Fernsehsendung Fastnacht in Franken und der Verbandsarbeit.

Darauf bin ich im Museum besonders stolz . . .

Schlereth: . . . auf die hochmotivierten ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter.

Ich fiebere der Eröffnung entgegen, weil. . .

Schlereth: . . . ich mich darauf freue, die fastnachtliche Tradition in erweiterter Form der interessierten Bevölkerung präsentieren zu können – und damit diesen Brauch in die Zukunft weiter zu tragen.

Wie groß war der Bau-Stress – eher nicht so lustig?

Schlereth: Mein Humor ist nicht verloren gegangen und mein Nervenkostüm ist noch stabil.

Die Exponate aus dem Falterturm zu räumen war wie . . .

Schlereth: . . . die Verabschiedung am Ende einer großen Ära.

Was passiert mit dem Falterturm?

Schlereth: Die Frage muss die Stadt Kitzingen beantworten. Es war nicht unser Wunsch, aus dem Falterturm auszuziehen. Aber als Museum ist er leider nicht mehr nutzbar.

Mit welchen Besucherzahlen rechnen Sie?

Schlereth: Ich hoffe auf eine Verdoppelung der Besucherzahlen.

Wie viele Ausstellungsstücke werden gezeigt?

Schlereth: Wenn ich mal mehr Zeit habe, werde ich sie zählen.

Wie hoch ist der Eintrittspreis?

Schlereth: Für Erwachsene 5,55 Euro. Schüler, Studenten, Erwerbslose, Schwerbehinderte und Gruppen ab zehn Personen zahlen 3,33 Euro, Kinder bis sechs Jahre sind frei.

Wer Sie nicht kennt: Ihr Kurzporträt . . .

Schlereth: Wenn ich mich für eine Sache einsetze, dann voll und ganz. Ich arbeite gerne, noch lieber feiere ich. Mit der Fastnacht bin ich aufgewachsen und liebe das fröhliche Miteinander. Ehrliche Worte sind mir wichtig, Intriganten kann ich nicht ausstehen. Mir ist ein Helfer, der einen Fehler macht, tausendmal lieber als ein Besserwisser. Ehrenamtliche Tätigkeiten von der Jugend an – Ministrant, Jugendtrainer, Kommunalpolitiker, ehrenamtlicher Richter. Äußerst wichtig ist für mich die unermüdliche Unterstützung und Beratung durch meine Frau Christl.