Wer Stadtgärtner Johannes Lindner ärgern will, muss nur fragen, ob die Stadtgärtner jetzt alle im Urlaub sind? Natürlich nicht. Obwohl der Eindruck in dieser Woche fast entstehen konnte. Zumindest im Vergleich zur Woche davor, waren die Männer mit dem grünen Daumen selten zu sehen.

War auch klar. Vor gut einer Woche, das war die Zeit vor dem Besuch der Jury des Wettbewerbs Entente Florale. Da ging es drum, die Stadt zu präsentieren. Dass da noch mal schnell der Ferrari (um den roten Aufsitzmäher werden die Gärtner arg beneidet) seine Runden drehte, war klar. Weil noch Geschäfts- und andere Leute zum Besen griffen, war Kitzingen so sauber, dass man sich daran gewöhnen könnte. Dass in der Woche danach Normalbetrieb einkehrt, logisch.

Bleiben die sechs Stunden, die sich die Damen und Herren aus sieben Ländern umschauten und ein erstes „Gutachten“ abgaben. Wie Kitzingen am Ende abschneidet, ist auch eine Woche danach schwer einzuordnen. Die Profis haben ihren Themenkatalog abgearbeitet.

Es wurde viel gelobt. Es wurde aber auch die Nadel im Heuhaufen gesucht und hie und da gefunden. Was das heißt? Nur die Jury weiß es und die schweigt wie das Draculagrab: Die Entscheidung fällt am 11. August in London, wenn alle Kandidaten durch sind. Verkündet wird die Entscheidung bei der Siegerehrung in Ungarn.

„Vorher werden Sie von uns nichts erfahren“, so die Jury. Immerhin ein paar Erkenntnisse gibt es. Eine ist: Wir haben im Vergleich zu anderen Städten in Europa „wenig Mistkübel“. Das hat der aus Österreich stammenden Jury-Vorsitzende festgestellt und eher Abfallkörbe gemeint. Dann haben wir zwei super Männer. Das ist jetzt international bestätigt, war aber schon bekannt. Das ist einmal Lindner, dem man anmerkt, „dass er für die Sache lebt“ (O-Ton Jury-Chef). Und dann Tourismus-Chef Walter Vierrether, der seine Sache mit viel Spaß rüberbringt (noch mal O-Ton). Ist doch was. Den Rest gibt's in Ungarn.

Das gilt übrigens auch für Sommerach, das einen Tag nach Kitzingen versucht hat, die gleiche Jury zu überzeugen.

Egal wie es ausgeht. Dass bei dem Wettbewerb zwei Orte aus einem Landkreis Europa vertreten, ist ohnehin schon einmalig.