Reimen ist nicht einfach. Wir haben es trotzdem geschafft, für die besten aller Leser ein wegweisendes Herbst-Gedicht zu verfassen: Werden die Blätter bunter, fallen sie vom Baum herunter.

Gut, vielleicht etwas kurz. Aber diese Woche ist es ja auch. Die Freude über den Freitags-Feiertag wurde jedoch ein wenig getrübt. Zum einen, weil am Vor-Feiertag immer scheinbar eine gewisse Lebensmittelverknappung droht und die Menschen einkaufen, als würden die Geschäfte niemals wieder öffnen.

Zum anderen waren da Bahn und Post, die uns gerade wahnsinnig machen.

Die Bahn schlägt im Nahverkehr zu und erhöht nur deshalb im Fernverkehr nicht, weil es da jetzt die Fernbusse als Konkurrenz gibt.

Mehr kosten werden auch die Standardbriefe: Der Preis soll ab Januar von jetzt 60 Cent auf 62 Cent steigen. Erst in diesem Jahr war's von 58 Cent auf 60 Cent hochgegangen. Kurz zuvor hatte ein Brief noch 55 Cent gekostet. Das sind Steigerungen. Wir werden es also alle noch erleben, dass ein Brief 4,90 Euro kostet.

Da ich persönlich noch viele 55-Cent-Marken und 58-Cent-Marken besitze, stellt sich nun eine entscheidende Frage: Wie an Sieben-Cent-Marken und Vier-Cent-Marken herankommen? Vor allem aber: Wer stoppt den Wahnsinn endlich?

Dem Wahnsinn zu verfallen drohte diese Woche auch ein Kollege, der danach trachtete, einen Termin bei einem Hautarzt zu bekommen. Also griff er zum Telefon, um in der Goldstadt Kitzingen sein Glück zu probieren. Versuch eins: Ein Termin in vier Wochen. Versuch zwei: Ein Termin in sieben Wochen.

Und wie das so ist: Plötzlich wusste jeder eine Arzttermin-Geschichte beizusteuern. Wobei wir hier nicht von Spezialisten reden, die es nur zweimal zwischen Hof und Wässerndorf gibt. Selbst handelsübliche Orthopäden sind auf Wochen ausgebucht. Es kommt sogar vor, dass man drei Wochen warten muss, um sich beim Hausarzt Blut abnehmen zu lassen.

Gut, es gibt eine Alternative: Zehn Stunden ins Wartezimmer setzen, anniesen lassen – und richtig krank werden.

Was war sonst noch? Herbst war. Aber das hatten wir ja schon mit einem spektakulären Gedicht gewürdigt. Wem das nicht reicht: Im Internet fanden wir gestern eine wunderschöne Definition für den Herbst. Den Herbst erkennt man daran, dass Männer rumrennen, als wäre Sommer und Frauen als wäre Winter. Und manche sagen sogar Gedichte auf.

Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.