Zwischen Sturm und Kriechgang kam die 43. Woche des Jahres daher. Der Sturm kündigte sich in einer Mail an. Der Deutsche Wetterdienst bietet einen Warnservice an, der sich sehr eindrucksvoll und wie ein kleines Drama liest: „Vorabinformation Unwetter: Orkanartige Böen für den Kreis Kitzingen, von Dienstag, 17.58 Uhr, bis Mittwoch, 1 Uhr. Entlang einer Kaltfront sind vor allem in Verbindung mit Gewittern orkanartige Böen um 110 km/h möglich.“

Ganz so wild wurde der erste Herbststurm des Jahres dann doch nicht – es ging ein wenig Wind. Aber die Kälte kam, Freitagmorgen waren es gerade mal noch vier Grad. Ab sofort dürfen Wetten angenommen werden, wo es im Landreis zuerst schneit.

Das Wetter-hin-und-her führte dazu, dass ein Kollege in die Redaktion stürmte und noch vor dem „Guten Morgen!“ entnervt feststellte: „Erst dieser herbstliche Sommer und jetzt ein winterlicher Herbst! Es gibt keine Jahreszeiten mehr!“

Der Stoßseufzer führte umgehend zu der Diskussion über den Klimawandel und darüber, dass Kitzingen – heute schon der wärmste Ort Bayerns – in wenigen Jahren die neue Toskana ist. Was allerdings kaum jemanden schreckte, weil die Aussicht auf Apfelsinenbäume im Vorgarten und ein Leben ohne Winterreifen so schlecht nun auch wieder nicht ist.

Gut wäre auch ein Leben ohne Begrenzung von Datenmengen beim Smartphone. So eine Flatrate klingt ja zunächst mal ganz gut, reicht im Zweifelsfall dann aber doch nicht. Was sich dann gut eine Woche vor Monatsende so liest: „Sie surfen jetzt bis Ende des Monats zu reduzierter Geschwindigkeit, da die Volumengrenze Ihres Tarifs erreicht ist.“

Das Monatsende im Kriechgang – so etwas kannte man bisher nur von den Kontobewegungen, wenn am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ist.

Ab dem Wochenende droht alles sogar noch langsamer zu werden – die Zeitumstellung naht. Bringt bekanntlich nichts – außer, dass es noch dunkel ist und Mensch und Tier träger werden. Alles wird sein wie immer: Keiner weiß, welche Uhren sich automatisch umstellen und welche nicht. 17 Uhr fühlt sich an wie 20.15 Uhr.

Die doofe Zeitumstellung braucht kein Mensch. An der Uhr zu drehen ist so sinnlos wie Allerheiligenwetter im Oktober, G 8, Lokführerstreiks und Klimaveränderungen zusammen. Ganz zu schweigen vom Surfen im Kriechgang.

Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.