Einfach ist es nicht, gerade jetzt, am Anfang. Aber Daniel Heß und Sabrina Stemplowsky wollen sich durchbeißen. Weil die Siedlung ihnen am Herzen liegt. Und weil sie ihren Beitrag für eine bessere Zukunft des Stadtteils leisten wollen.

„Unsere Siedlung – Kultur- und Bürgerverein e.V.“ – so heißt der Rahmen, in dem sich die beiden engagieren wollen. Am 11. März ist der Verein gegründet worden, seit September ist er im Register eingetragen. Bereits Mitte 2014 begannen die Vorarbeiten.

„Wir wollen all diejenigen unterstützen, die eine gute Idee für die Siedlung haben.“
Sabrina Stemplowsky vom Verein „Unsere Siedlung“

Noch immer steckt man in den Kinderschuhen, gibt der Vereinsvorsitzende Heß zu. Eine Satzung musste ausgearbeitet, Statuten beschlossen werden. „Jetzt wollen wir endlich ins operative Geschäft einsteigen.“ Operatives Geschäft heißt bei ihm: Viel kommunizieren, organisieren, vernetzen. Als Makler für Ideen versteht Heß den Verein. Als Institution, die das Engagement in der Siedlung kanalisiert.

Das Programm Soziale Stadt ist vor sechs Jahren in der Siedlung angelaufen. Eines der ersten Ziele lautete: einen Verein gründen. „Irgendwann wird das Förderprogramm abgelaufen sein“, sagt Heß. Und dann steht die Frage im Raum, wie es weitergeht. Wer führt dann die Arbeit fort, hält die Projekte am Laufen, die Fäden in der Hand, die handelnden Personen zusammen?

Noch ist ein Ende des Förderprogramms nicht in Sicht. Die Stelle der Quartiersmanagerin ist derzeit bis Juli 2017 gesichert. Sandra Aufenanger arbeitet gerade an einer Fortschreibung des so genannten Integrierten Städtebaulichen Handlungskonzeptes. „Damit sollen die bisherigen Vorhaben hinsichtlich ihrer Wirkung für die Gebietsentwicklung kritisch geprüft werden und neue Ziele aufgezeigt werden“, erklärt Bauamtsleiter Oliver Graumann. Auf dieser Grundlage könne dann – in Abstimmung mit der Regierung von Unterfranken – die weitere Laufzeit des Programms für Kitzingen näher bestimmt werden. Die Weichen werden also zurzeit auf eine Verlängerung des Programms Soziale Stadt gestellt. Aber man weiß ja nie. Je eher der Verein seine Arbeit aufnimmt, desto besser. Zumal sich Heß und seine Vorstandskollegen keinesfalls als Konkurrenz zu anderen Gruppierungen in der Siedlung sehen.

Und erst Recht nicht als Konkurrenz zur Quartiersmanagerin. Im Gegenteil: „Wir sehen uns als Ergänzung, als Hilfestellung“, erklärt Heß.

„Es geht uns ja schließlich um ein gemeinsames Projekt“, ergänzt die stellvertretende Vorsitzende Sabrina Stemplowsky. Mit der neuen Quartiersmanagerin will der Verein genauso eng zusammenarbeiten wie mit den bereits bestehenden Vereinen und Organisationen in der Siedlung.

„Wir wollen all diejenigen unterstützen, die eine gute Idee für die Siedlung haben“, umreißt Stemplowsky das Ziel. Egal, ob diese Personen organisiert sind oder nicht. Vereinsmitglied muss man dabei nicht werden. Für die beiden Vorsitzenden ist die Mitgliederstärke ihres Vereins überhaupt kein Kriterium für einen Erfolg ihrer Unterstützung. Wobei die Unterstützung nicht so sehr darin liegen wird, selbst die Ärmel hochzukrempeln und mit anzupacken, sondern vielmehr in der organisatorischen und unterstützenden Hilfe im Hintergrund. „Unsere Aufgabe liegt darin, das Engagement in der Siedlung zu kanalisieren“, erklärt Heß.

Mit einer Anschubfinanzierung von 3000 Euro durch die Stadt hat der Verein schon einmal eine finanzielle Grundlage. Inwiefern weitere Einnahmen wie Spenden oder Erlöse aus Veranstaltungen in der Siedlung auf dem Vereinskonto landen, muss erst noch mit dem Quartiersbüro geklärt werden. Wie gesagt: Der Verein steckt noch in seinen Kinderschuhen. Daniel Heß und Sabrina Stemplowsky haben noch genug Arbeit vor sich. Ihr Ziel haben sie klar vor Augen: Die Siedlung voranbringen und noch lebenswerter machen.