Alles hat seine Zeit. Das weiß inzwischen auch der Herbst. Nix mehr mit Schmusewetter a la goldener Oktober. Jetzt ist Jahreszeit-typischer Schmuddel angesagt: trüb, regnerisch und alles was Blätter hat, schmeißt der Herbst dem fleißigen Gehwegputzer vor den Besen.

Allerhand Blätter haben auch die Beamten im Luftamt Nordbayern durchgeackert, die Genehmigungsunterlagen für den Sonderlandeplatz in Kitzingen. Die müssen sie über die Jahre nicht nur auswendig gelernt, sondern vermutlich auch vertont haben – so lange, wie sie für die Genehmigung gebraucht haben.

Spannend war schon der Endspurt in diesem Zeitlupen-Drama, an dessen Ende jetzt – oh Wunder – die Wiedererweckung des seit Jahren verwaisten Landeplatzes steht. Seit Monaten führten Anfragen im Luftamt immer wieder zur selben Antwort: „. . . in wenigen Tagen . . .“ Weil Zeit aber relativ ist, dehnten sich die Tage zu Wochen, in den vermutlich die Hüter über die verwaltete Freiheit am Himmel die Akten wohl mehrfach umschichteten.

Doch genug der Häme. Es gibt auch Leute, die wissen, wann es Zeit ist. So wie Robert Finster, der nächsten Mittwoch dem SPD-Kreisvorstand ade sagt – und Jüngeren Platz macht. Möglicherweise nicht nur ganz selbstlos. Nachdem das Urgestein der SPD seiner Partei schon über Jahrzehnte viel Zeit geopfert hat, wird er vielleicht mal in die Fußstapfen eines gewissen Udo Jürgens treten und mit einem fröhlichen „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ ab sofort kreisvorstandsfrei seine Tage genießen.

Apropos genießen. Das konnten die alten Wittelsbacher. Wenn die bayerischen Könige bei irgendwem was Leckeres entdeckten, machten sie den zum Hoflieferanten. So wie die Kitzinger Meuschels, deren Weine sogar einen späteren König 1909 zum Schöppeln ins unterste Kellergewölbe lockten. Ob da wieder ein Monarch auftaucht, ist eher unwahrscheinlich. Aber bei Horst Seehofer weiß man nie . . .

Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.