Markus Mauthe kommt mit seiner Multimedia-Reportage „Naturwunder Erde“ nach Kitzingen. Die atemberaubenden Schönheiten gibt es – in Zusammenarbeit mit Greenpeace – an diesem Sonntag, 24. Januar, in der Alten Synagoge zu sehen. Beginn ist um 17 Uhr, der Eintritt ist frei.

Frage: Herr Mauthe, wie wurden Sie Naturfotograf?

Markus Mauthe: Ich liebe die Fotografie, die Natur und das Reisen. In meinem Beruf kann ich das eine mit dem anderen verbinden. Das empfinde ich als großes Glück. Ich erfülle mir damit meine eigenen Sehnsüchte und Träume und bin jeden Tag dankbar dafür.

Was sind die Vor- und Nachteile dieser Tätigkeit?

Mauthe: Der Vorteil ist, dass ich die Welt sehe und viel unterwegs bin – das ist gleichzeitig aber auch der Nachteil. Man kommt kaum zur Ruhe und muss auch auf so manches Verzichten was für andere selbstverständlich ist. Aber wenn man, wie ich, 100 Prozent Herzblut in seinen Beruf steckt, macht man gerne Kompromisse.

Welche Regionen auf der Erde müssen Sie noch anschauen?

Mauthe: Unsere Erde ist so vielfältig und wunderbar, dass ein einziges Reiseleben nicht ausreicht, um alle Schönheiten zu sehen. Ich habe das Glück, von frühester Jugend an auf Entdeckungen gehen zu können, trotzdem ist meine 'Sehnsuchtsliste' noch lang, angefangen bei so spannenden Ländern und Regionen wie Kamtschatka, Madagaskar, Kambodscha und den Galapagos-Inseln.

Wie viele Tage im Jahr sind Sie unterwegs?

Mauthe: Ich halte im Jahr im Schnitt 100 Vorträge und versuche zwei bis vier Monate beim Fotografieren zu sein.

Ihr Lieblingsplatz auf der Welt?

Mauthe: Auf der Kakaofarm meiner Frau Juliana in Brasilien. Diese liegt im Gebiet des Mata Atlantica Regenwaldes im brasilianischen Bundesstaates Bahia an der Kakaoküste. Ein paradiesischer Ort.

Unsere Erde ist so schön – und doch so bedroht. Macht Sie das manchmalschwermütig?

Mauthe: Das macht mich fast ständig schwermütig, weil ich mich durch meine Arbeit praktisch täglich mit den Zerstörungsorgien beschäftige, die wir Menschen unserer Heimat antun. Es spornt aber auch an, alles in seiner Macht stehende zu tun, um an einem Bewusstseinswandel zu mehr Nachhaltigkeit zu arbeiten.

Die schlimmste Zerstörung, die Sie je gesehen haben?

Mauthe: Optisch wahrnehmbar sicherlich die Zerstörung der Regenwälder im brasilianischen Amazonas und auf Indonesien. Ansonsten ganz einfach das Reisen durch Deutschland. Praktisch nichts ist noch in seinem natürlichen Zustand, wir haben uns die Natur komplett einverleibt. Wälder sind Forste, Grasland sind Tierfutterwiesen, Flüsse sind begradigt, Feuchtgebiete sind trockengelegt. Schade, viele Menschen werden richtige Wildnis, ursprüngliche Natur nie kennen lernen.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Greenpeace?

Mauthe: Aus meinem eigenen Antrieb heraus etwas bewegen zu wollen. Reisen nicht mehr allein zum Selbstzweck, sondern um mit meinen Fähigkeiten als Fotograf Menschen für die Ziele von Greenpeace, nämlich die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen, zu begeistern und zum mitmachen zu animieren. Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Die schönste Reaktion des Publikums bei Ihren Vorträgen ist. . .

Mauthe: . . . wenn die Zuhörer mir das Gefühl geben, viele von ihnen auf emotionaler Ebene zu erreichen.

Ihr persönliches Lieblingsbild?

Mauthe: Der fliegende Ara über dem Regenwald. Mein Lieblingsvogel und mein Lieblingsnaturraum auf einem Foto.

Ihre Bilder entstanden nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser. . .

Mauthe: Als ich über das Konzept nachgedacht habe, war mir von Anfang an klar, dass ich keine fotografische Hommage über unseren Planeten umsetzen kann, wenn ich das Element Wasser ausspare. Immerhin sind 70 Prozent unserer Welt mit Ozeanen überzogen, das artenreichsten Ökosysteme überhaupt.

Was genau treibt Sie an, motiviert Sie?

Mauthe: Bei mir ist es meine Neugier, Neues zu entdecken und an Begegnungen und Erlebnissen zu wachsen. Ich möchte viel fotografieren und meine Bildsprache ständig weiterentwickeln. Unsere Erde ist unglaublich vielfältig – ein endloser Fundus an wunderbaren Motiven. Ich möchte möglichst viele davon finden und festhalten. Vieles, was wir heute sehen können, wird es in wenigen Generationen nicht mehr geben. Naturfotografen sind leider auch Chronisten einer sich verändernden Welt.

Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?

Mauthe: Meine Vorträge oder Bücher sollen Menschen daran erinnern, wie atemberaubend schön und vielseitig das Leben auf unserer Erde ist. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich auch direkt ausspreche, dass wir endlich den Hintern hoch kriegen müssen, um diese Vielfalt zu erhalten.