Neue Räume – Neue Angebote. Und die Aussicht auf eine Erweiterung. Bei der Caritas in Kitzingen tut sich etwas.

„Es war alles sehr beengt“, sagt Geschäftsführer Paul Greubel und spricht damit die Situation in der Schrannenstraße an. Dort hatte die Caritas alle Angebote unter einem Dach gebündelt. Mit dem gestiegenen Bedarf in Sachen Asylberatung und dem Wunsch, die Gemeindecaritas zu stärken, war ein Umzug von einigen Mitarbeitern vorprogrammiert. Die Wahl fiel auf die Bereiche Pflege und Beratung. „Das macht Sinn“, sagt Greubel. „Die Sozialstation St. Hedwig kann in Kooperation mit der Fachstelle für pflegende Angehörige und der Demenz-Servicestelle jetzt ihr Angebot erweitern.“

Bei der Suche nach Räumlichkeiten ist die Caritas in der Paul-Eber-Straße fündig geworden. Hier, im Gebäude der VR-Bank, hat sie rund 200 Quadratmeter im ersten Stock angemietet. Drei Büroräume sind darin untergebracht, ein EDV- und Sanitärraum – und vor allem ein großzügiger Veranstaltungsraum mit angrenzender Teeküche. „Wir wollen hier verbandseigene Veranstaltungen durchführen“, kündigt Greubel an. „Aber nicht nur.“

Schulungen für pflegende Angehörige sollen hier stattfinden, die Leiterin der entsprechenden Fachstelle, Petra Dlugosch, kann sich beispielsweise Seminare zu Themen wie „Gesund altern“ oder „Gedächtnistraining“ vorstellen. Außerdem soll ein Gesprächskreis etabliert werden, bei dem sich die pflegenden Angehörigen über ihre Erfahrungen, Belastungen, ihre Ängste und Sorgen austauschen können.

Als Treffpunkt soll der Raum auch für Betreuungsgruppen dienen. Menschen mit Demenz sollen hier gemeinsam Kaffee trinken, Singen oder Spielen. Angeleitet werden sie dabei von einer Fachkraft und Ehrenamtlichen. „Die Angehörigen haben in dieser Zeit endlich mal wieder ein wenig Freiraum“, erklärt Dlugosch, die händeringend auf der Suche nach weiteren Alltagsbetreuern ist. Nach Menschen, die gegen eine Aufwandsentschädigung denjenigen Senioren im Landkreis helfen, die noch in ihren eigenen vier Wänden leben, aber mit der Bewältigung ihres Alltags zunehmend Probleme bekommen.

„Examinierte Kranken- oder Altenpfleger wären natürlich ideal“, sagt sie. Grundsätzlich ist aber jeder willkommen, der sich an rund fünf Stunden pro Woche für diese gute Sache engagieren möchte. Auch für diesen Personenkreis bieten sich die neuen Räume als Treffpunkt und Schulungszentrum an. Darüber hinaus will die Caritas den Raum auch anderen Interessenten zur Verfügung stellen. Vereine, Verbände oder Selbsthilfegruppen können sich diesbezüglich an die Caritas wenden.

Neben der Beratung ist die Pflege ein weiteres Standbein der Caritas am neuen Standort. Pflegedienstleiterin Sabine Elflein freut sich, dass ihre 18 Mitarbeiterinnen in der Sozialstation endlich mehr Platz haben – für ihre Besprechungen, für ihre Pausen, aber auch für ihre Autos. Für sechs von insgesamt sieben Caritas-Fahrzeugen gibt es Parkplätze auf dem Gelände. „Wir können damit schnell zu unseren Einsatzgebieten in Kitzingen, Schwarzach, Biebelried und Dettelbach kommen“, erklärt sie.

Seit Anfang Juli sind die rund 200 Quadratmeter bezogen, Paul Greubel kann sich eine mögliche Erweiterung durchaus vorstellen. Anders als in Iphofen, in Obernbreit und im Landkreis Würzburg, gibt es in der Stadt Kitzingen bis dato keine Tagespflege. „Der Bedarf ist groß“, weiß Greubel. Die Caritas ist durchaus interessiert, müsste dafür aber noch einmal eine ähnlich große Einheit in dem Gebäude anmieten. „Grundvoraussetzung für eine Tagespflege wäre allerdings ein barrierefreier Zugang“, sagt Greubel. Der ist bisher nicht gegeben. Aber wer weiß: Bei der Caritas tut sich in diesen Zeiten ja einiges.