Große Erleichterung beim Motorsportclub Albertshofen (MSC): Die Klage am Verwaltungsgericht Würzburg (VG) war am Dienstag nach dreiviertelstündiger Verhandlung vom Tisch. Die Inhaber des Seniorenheims Ebracher Hof in Mainstockheim zogen ihre Klage zurück. Damit darf der MSC auf seinem seit Monaten ungenutzten Gelände wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen.

Tränen der Erleichterung rollten der Vorsitzenden Kerstin Thomann über die Wangen, als der Anwalt der Kläger das Ende der juristischen Auseinandersetzung erklärte: „Der Druck ist von mir abgefallen“, sagte sie nach dem Ende der Verhandlung vor der 4. Kammer. Die drehte sich vor allem um die Frage, ob der Lärm der Motorsportler in Albertshofen das Seniorenheim auf der anderen Mainseite mehr als erlaubt belastet.

Wo die Grenze für den Krach der Moto-Cross-Maschinen liegt, hatte das Landratsamt in seiner Betriebsgenehmigung festgelegt: Bei 55 Dezibel (A) muss Schluss sein. Diesen Wert erreichen die Motorsportler aber nicht, sagt ein Gutachten, das besonders das Altenheim berücksichtigte. Mit 53 Dezibel sei sogar die recht hohe Hürde für ein Wohngebiet unterschritten.

Deutlich niedriger hängt allerdings die Latte bei einem Pflegeheim. Und in dieser Richtung argumentierten die Betreiber des Ebracher Hof: „Wir sehen uns natürlich als Pflegeanstalt, weil wir das täglich machen.“ Allerdings fehlte dem Gericht dafür der amtliche Nachweis. In der Bauakte von 2004 gehe es um ein Seniorenheim, betonte der Berichterstatter des VG. Von einer Pflegeeinrichtung sei nirgends die Rede.

Weil die Betreiber und ihr Anwalt in dieser Richtung weiterbohrten, gab's vom Vorsitzenden eine deutliche Warnung: „Ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn wir auf ein Urteil rausgehen.“ Wenn das Gericht nämlich wegen der bestehenden Lärmwerte feststellen würde, dass im Ebracher Hof kein Pflegeheim genehmigungsfähig wäre, könnten alle Pläne in dieser Richtung hinfällig sein.

Und ob die erlaubten 45 Dezibel (Pflegeheime) im Ebracher Hof mit der nahen Autobahn und Bahnstrecke überhaupt zu halten seien, sei zweifelhaft. Dem Risiko wollte der Klägeranwalt seine Mandanten nicht aussetzen: „Ich ziehe die Klage zurück.“

Dass das Verfahren auf wackligen Füßen stand, hatte sich schon beim VG-Ortstermin im August unter der Autobahnbrücke gezeigt. In der Folge zog die Gemeinde Mainstockheim ihre Klage zurück.