Kürzlich in der hauseigenen Geschäftsstelle. Eine besonders stolze Oma gibt eine Anzeige auf. Das Enkelchen hat ihr Abi gemacht. mit Erfolg.

Die Oma erzählt ziemlich ausführlich und ohne Rücksicht auf die immer länger werdende Schlange vor dem Abfertigungsschalter, was für ein Schmückstück das Enkelleinchen doch ist. Und dann auch noch das Gymnasium erreicht und das Abi geschafft.

Kein Wunder, dass das stolz macht und die Menschheit oder zumindest ein Teil davon, erfahren soll, das das Kind erfolgreich war.

Irgendwann haben sich die Oma und unsere Fachkraft am Tresen dann auf einen Text geeignet, der dem Ereignis auch gerecht wird. Der Weg in die Öffentlichkeit ist nur noch eine Frage der Zeit. Damit wäre die Geschichte eigentlich vorbei.

Sie geht aber noch ein bisschen weiter. Nämlich in dem Moment, als die Oma so ganz nebenbei erwähnt, dass die Enkelin mit einer 1,1 aus den Prüfungen herausgekommen ist. Da sah sich einer, der schon längere Zeit praktisch zum Zuhören verpflichtet worden ist, genötigt, seinen Senf dazu zugeben. Jedenfalls hat der Mann (Name der Redaktion bekannt) ungefragt zu Protokoll gegeben: „Das ist doch gar nichts, ich hatte mehr als der Dreifache.“

Das hat gesessen. Alle haben gelacht oder wenigstens gegrinst, nur die Oma nicht. Warum, weiß man nicht.