Weil er auf seine getrennt lebende Frau losgegangen, sie geschlagen, gewürgt und die zu Hilfe kommende Verwandtschaft beleidigt hat, ist ein 44-Jähriger auf der Anklagebank gelandet. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung hat ihn das Amtsgericht Kitzingen zu einer Freiheitsstraße von sieben Monaten verurteilt, auf Bewährung.

Dass er trotz einiger, auch einschlägiger Vorstrafen, noch einmal Bewährung bekam, lag an seinem umfassenden Geständnis. Dazu kam, dass der Angriff keine schwerwiegenden Folgen hatte. „Sie haben zwar zu spät, aber immerhin erkannt, dass man mit Gewalt keine Konflikte lösen kann“, sagte Amtsrichter Bernhard Böhm dem reumütigen und einsichtigen Angeklagten. Der nutzte die Gelegenheit, sich bei allen Beteiligten zu entschuldigen.

„Sie haben zwar zu spät, aber immerhin erkannt, dass man mit Gewalt keine Konflikte lösen kann.“
Amtsrichter Bernhard Böhm zum Angeklagten

So friedlich war der derzeit arbeitssuchenden Mann im April 2014 nicht. Das Ehepaar mit zwei Kindern hatte sich gerade getrennt. Die Kommunion des Sohnes stand bevor. Dazu wollte der Vater einen Beitrag leisten. Er spendierte trotz angespannter Finanzlage 70 Euro. Allerdings mit der Auflage an die Mutter, dass der Neunjährige zu erfahren hat, dass das Geld vom Vater kommt.

Bei einem Besuch in der Wohnung der 34-Jährigen stellte sich dann offenbar heraus, dass der Sohn nichts von dem spendablen Vater erzählt bekommen hatte. Das reichte für den Mann um auszurasten. Er ging im Bad auf seine Noch-Frau los. Er stieß sie gegen die Wand, schlug ihr auf die Oberarme, packte sie am Hals und drückte zu, bis die Verwandtschaft eingriff und die Auseinandersetzung beendete. Zurück blieben blauen Flecken an den Oberarmen, ein roter Hals und drei Verwandte, die sich heftige Beleidigungen anhören mussten.

Fünf Monate später hat sich nicht nur der Angeklagte, sondern auch die zwischenmenschliche Lage etwas beruhigt. Der Vater versucht, langsam wieder Kontakt zu seinen Kindern aufzubauen, bemüht sich, zu normalen Verhältnissen zurückzukehren.

Trotz des Geständnisses und den besten Absichten für die Zukunft, der Ausraster und damit die Körperverletzung und die Beleidigungen waren nicht aus der Welt. Dafür gab's jetzt die Quittung: Sieben Monate Freiheitsstrafe, allerdings auf Bewährung. Ein Bewährungshelfer wird den Mann für ein Jahr begleiten. Weil er eine Geldauflage nicht bezahlen kann, muss er 50 Stunden Sozialdienst ableisten.

Der Mann nahm das Urteil an, die Staatsanwältin auch. Damit ist es rechtskräftig.