Das Anwesen Hauptstraße 13 soll im Rahmen der Städtebauförderung in ein Bürgerhaus umgestaltet werden. Auf der Suche nach der bestmöglichen Planung kam die Mehrheit des Gemeinderats in der Sitzung am Dienstagabend zu dem Entschluss, einen Wettbewerb auszuloben, dessen Verfahren allerdings von einem Planungsbüro begleitet werden muss. Auf die Ausschreibung hin bewarben sich zwei Büros, die ihre Vorstellungen in der Sitzung vorbrachten.

Thomas Wieden vom Planungsbüro Holl-Wieden aus Würzburg und Gregor Bäumle vom Architektur- und Stadtplanungsbüro Bäumle aus Darmstadt stellten ihre Büros vor, erläuterten die Vorgehensweise bei einem Wettbewerbsverfahren und ihre Schwerpunkte bei ihrer begleitenden Tätigkeit. Dazu gehören die EU-weite Ausschreibung, die Grundlagenermittlung auf der Basis der Vorstellung der Gemeinde bei der Neugestaltung des Anwesens, die Erarbeitung der Auslobungsunterlagen, die Ermittlung des Teilnehmerfeldes, die Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen und die Abgabe der Erstangebote. Diese können nach einer eventuellen Geländebesichtigung und dem Beantworten von Rückfragen korrigiert werden.

Ein Preisgericht nimmt nach einer Vorbesprechung eine Vorprüfung vor und hält eine Sitzung zur engeren Wahl ab. Möglich ist bei dem Verfahren auch eine Veröffentlichung der einzelnen Planvorlagen. Das Verfahren dürfte nach Ansicht von Thomas Wieden etwa zehn bis zwölf Monate dauern. Auf Fragen aus der Ratsrunde informierte er, dass die Vorgaben der Gemeinde in die Planungen einbezogen werden müssen „und auch was beim Umbau an Kosten anfällt“. Die Kosten für das Verfahren – „auch die Preisrichter kosten Geld“ – wurden von den Vertretern mit rund 100 000 Euro angegeben, wobei eine Förderung von etwa 60 Prozent zum Tragen kommt. Das dann letztlich ausgewählte Planungsbüro führt die Leistungsphasen aus, „wenn auch die Regierung zugestimmt hat“. Nach Einschätzung Bäumles dürfte das Verfahren vor den Sommerferien 2019 beendet sein „und die Vorplanungen sind für die Wirtschaftlichkeit der Umgestaltung des Anwesens sehr wichtig“.

Ebenso wichtig sei es, möglichst viele Planungsbüros für den Wettbewerb zu interessieren, „denn mit der Zahl der Bewerber steigen auch die Vergleichsmöglichkeiten der Planungen“. Auf Fragen aus der Runde äußerte er zur Entscheidung des Preisgerichts zu den drei Preisträgern, dass in der Regel der Gewinner auch den Auftrag erhalte, „wenn der Angebotspreis stimmt“. Dabei könne sich die Gemeinde natürlich die Honorarangebote der Preisträger vorlegen lassen „und dann entscheiden“. In der kurzen Diskussion zum Thema „Wettbewerb oder doch den Auftrag an ein Planungsbüro“ wies Bürgermeisterin Doris Paul darauf hin, dass auch die zuständige Stelle der Regierung von Unterfranken das Wettbewerbsverfahren empfohlen habe.

Reinhard Hüßner betonte, dass bei den Planungen für die Neugestaltung des Anwesens der Erhalt des Gebäudes möglichst beachtet werden sollte, er zeigte sich skeptisch, ob das mit dem Wettbewerbsverfahren gelingen könnte. Harald Höhn sah auf der einen Seite zwar die hohen Kosten für das Verfahren, auf der anderen Seite aber die Chance, bei mehreren Planungsofferten eine gute Lösung für den Umbau zu finden. Die beiden Angebote der begleitenden Büros Holl-Wieden und Bäumle müssen jetzt noch der Regierung von Unterfranken vorgelegt werden.

Beim Punkt „Informationen“ gab die Bürgermeisterin bekannt, dass der Borkenkäfer im Wiesenbronner Gemeindewald in einem Kiefernbestand gewütet habe und eine große Menge Holz aus dem Wald entfernt werden müsse, „das zum Teil verkauft werden kann“. Wegen des Käferbefalls müsse das Holz nun etwa 500 Meter vom Wald entfernt gelagert werden. Nachdem der für den Gemeindewald zuständige Förster Max Bartholl in seine Heimatgefilde zurückgekehrt ist, wird Wiesenbronn einen neuen Förster bekommen, „der noch vorgestellt wird“, kündigte die Bürgermeisterin an.