„Glauben leben“, unter diesem Motto stand die Fußwallfahrt der Sommeracher nach Vierzehnheiligen. 95 Pilger aus Sommerach und den umliegenden Ortschaften folgten dem Aufruf und begaben sich am Samstagmorgen unter der Leitung von Marion Then auf den etwa 70 Kilometer langen Fußmarsch. Unter ihnen acht Neulinge und Erst-Wallfahrer und einmal mehr Akteure der Sommeracher Musikkapelle.

Am Sonntagabend kehrten die Vierzehnheiligen- Pilger nach ihrem zweitägigen Fußmarsch wieder wohlbehalten in ihrem Heimatort zurück. In Begleitung der Musikkapelle zogen sie singend und betend zur Pfarrkirche. „Wir haben die Heimat wieder erreicht“, sagte Pater Philippus Eichenmüller, der seit etlichen Jahren selbst aktiver Wallfahrtsteilnehmer ist.

Der Geistliche freute sich über die große Teilnehmerzahl und lobte den Einsatz der Pilger. Man habe am Gnadenort nicht nur das Gelöbnis der Vorfahren erfüllt, sondern auch die Bitten der Gemeinde, der Diözese, der Welt und der Familie mit hinaufgetragen“, sagte Philippus. Seinen Ausführungen zufolge verlangt der Wallfahrtsweg von den Teilnehmern „schon Etliches ab.“ Er dankte allen, die ihren Beitrag zum Gelingen der Wallfahrt leisteten. Mit dem Schlusslied „Leise sinkt der Abend nieder“ endete die zweitägige Fußwallfahrt.

In Vierzehnheiligen wurden mehrere Personen für langjährige Wallfahrtsteilnahme geehrt. Valentin Kestler und Hubert Jakob befanden sich zum 40mal unter der Pilgerschar. Werner Helbig wurde für seine fünfundzwanzigste Teilnahme ausgezeichnet und Pamela Schlereth, Angela Hofmann, Marlena Pfrang und Christian Blaß waren zum 14. Mal und Gudrun Schlereth, Sarah Östreicher und Walter Fackelmann zum siebten Mal dabei.

Die Sommeracher Wallfahrt datiert übrigens aus dem Jahre 1879. Damals, so ist alten Überlieferungen zu entnehmen, vernichtete ein Unwetter die zu erwartende Ernte. Damit man künftig von solch schweren Naturkatastrophen verschont bleibt, gelobten die Sommeracher, alljährlich zum Gnadenort zu pilgern. Was von kriegsbedingten Unterbrechungen und von dem Zeitabschnitt zwischen 1962 und 1976 – in diesen Jahren gab es keine organisierten Fußwallfahrten – auch stets eingehalten wurde.