In die Angelegenheit um das Sorgenkind der Stadt Volkach, dem sanierungsbedürftigen Freibad, zeichnet sich überraschend eine Lösung ab. Das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat hatte kurzfristig ein neues Programm auf die Beine gestellt, um kommunale Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur zu fördern. In den Haushaltsjahren 2019 bis 2022, berichtete Bürgermeister Peter Kornell in der Stadtratssitzung am Montagabend, stehen bundesweit 100 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Sanierung des Freibades gab Kornell den Betrag von knapp sechs Millionen Euro an. Die im Internet veröffentliche Studie hatte 5,5 Millionen Euro ergeben, „aber diese Studie ist auch schon ein bisschen älter, da dürften sich die Preise erhöht haben“.

Der Haken an diesem Förderprogramm ist der Faktor Zeit. Das Innenministerium hatte das Programm am 1. August ins Leben gerufen, bis zum 24. August hätte der Bedarf angezeigt und bis 31. August online beantragt sein müssen. „Das können die Kommunen aber bis zum 20. September nachreichen“, sagte Kornell.

In Euro-Beträgen umgerechnet beläuft sich der Zuschuss des Bundes auf 45 Prozent, im Fall einer von der Kommunalaufsicht bestätigten Haushaltsnotlage 90 Prozent, höchstens aber vier Millionen Euro. Den Bedarf für Volkach bezifferte Kornell mit 66 Prozent (3,95 Millionen Euro). Die verbleibenden zwei Millionen Euro „können wir vertreten, ohne unseren Nachfolgern im Rat ein faules Ei ins Nest zu legen“. Und: das Geld fließe auch nur dann, wenn die Stadt glaubhaft versichern würde, das Geld auch nur für die Sanierung des Freibades zu verwenden. „Ist das Geld beantragt, müssen wir sanieren und die zwei Millionen Euro auch stemmen. Wenn wir in diese Wurst reinbeißen, müssen wir sie auch ganz essen.“ Das würde gelingen, auch wenn die Stadt finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet sei.

Nun ist jedes Frei- und auch Hallenbad landauf landab ein Zuschussbetrieb für jede Kommune. Um das Defizit geringer zu gestalten, schlug Jochen Flammersberger vor, das Schulschwimmen ins Freibad zu verlegen. Mit diesem Ansinnen stieß er auf großen Widerstand beim Bürgermeister. „Das ist unrealistisch, weil es nicht planbar ist“, sagte er. Im Sommer ginge es aus Witterungsgründen vielleicht im Juni und im Juli, ansonsten sah Kornell für ein Schulschwimmen im Freibad eher schwarz. Außerdem gäbe es dafür keine Fördermittel, entwaffnete Kornell seinen Ratskollegen.

Apropos Defizit: das würde sich von aktuell fünf Euro pro Besucher im Jahr auf geschätzt sieben Euro erhöhen, falls die Stadt die zwei Millionen Euro in die Hand nehmen müsste, beantwortete der Bürgermeister eine Frage von Ulrich Hofmann. Die Krux der gesamten Förderung ist der Förderbetrag, rechnete Kornell vor. 100 Millionen Euro verteilt auf 16 Bundesländer, da blieben für ganz Bayern 6,25 Millionen Euro, „und davon will allein Volkach schon vier Millionen haben“, so der Bürgermeister. Sollte es mit dem Zuschuss nicht klappen, wäre Kornell auch bereit, das Bad in Eigenregie zu sanieren, sollte der Stadtrat zustimmen. „Aber dafür will ich eine satte Mehrheit, ein 11:10 ist mir zu knapp, weil wir uns dann verschulden würden“, sagte er. Mit 17:1 stimmte der Rat mehrheitlich zu, Finanzmittel aus dem Förderprogramm des Bundes zu beantragen.