Wenn Rüdenhausens Bürgermeister Gerhard Ackermann auf den Kirchplatz schaut, dann ist er zufrieden mit dem jetzigen Aussehen dort.

„Was ich bis jetzt von den Rüdenhäusern und auch von Auswärtigen gehört habe, sind alle begeistert“, fasst er den Tenor derjenigen zusammen, die sich den komplett neu hergerichteten Platz rund um die Kirche angeschaut haben. Die Arbeiten an der Fläche, die als Hauptpunkt der seit einigen Jahren laufenden Dorferneuerung eingestuft wurden, sind abgeschlossen.

Aus diesem Grund wird am Freitag, 14. September, ab 17 Uhr am Kirchplatz die Einweihung gefeiert. Jetzt hat also Rüdenhausen seinen Mittelpunkt. Beinahe majestätisch wirkt die gepflasterte Fläche, in deren Hintergrund sich die Kirche erhebt.

Nicht einmal ein Jahr hat die Baufirma gebraucht, die Arbeiten wurden sogar früher als vorgesehen fertig. Allerdings hatte sich im Vorfeld einiges verzögert, weil die Gemeinde zunächst den Planer wechseln musste. Dann gab es Probleme wegen der Dachentwässerung von anliegenden Gebäuden, weil deren Wasser in den Bach läuft.

Das Wasserwirtschaftsamt wollte das Ganze genau wissen, was Zeit und Geld kostete. Letztlich musste die Gemeinde doch nicht für einen zusätzlichen Ablauf sorgen.

Gerade der neu geschaffene, etwas geschwungene Wasserlauf, der quer über den Platz verläuft, ist zu einem Hingucker auf dem neuen Kirchplatz geworden.

Aus einem original Mühlstein, der aus einer der acht Rüdenhäuser Mühlen stammt, sprudelt das Wasser aus dem Boden heraus und füllt den Wasserlauf, bevor es wieder in einen Schacht läuft. Über einen Teil-Kreislauf wird das Wasser dann wieder zum Stein gepumpt. Im Becken sind acht kleine, blaue Steine zu erkennen.

Sie symbolisieren die acht Mühlen, die rings um den Ort liegen. Die künstlich geschaffene Rinne soll den einst auf der Oberfläche fließenden Bach andeuten, der längst verrohrt ist und unterirdisch fließt. Am Bach spielte Bürgermeister Ackermann als Kind einst, er kann sich gut daran erinnern, als auf dem Kirchplatz noch Wohnhäuser standen. Die Gebäude verschwanden Anfang der siebziger Jahre, als die Fläche letztmals im größeren Stil hergerichtet wurde.

Vorne an der Ostseite des Kirchplatzes rückte die Gemeinde mit der Dorferneuerung auch die Quelle wieder richtig ins Licht, die zuvor vom Gebüsch beinahe zugewachsen war und etwas lieblos dalag. Jetzt führt eine neue Steintreppe hinab zur Brunnenstube, die mit einem schmiedeeisernen Tor verschlossen ist. Oben am Bogen ließ die Gemeinde das Wappen einarbeiten und die Jahreszahl, in der die Erneuerung erfolgte.

Während der vordere Teil des Kirchplatzes zur Straße hin weiter als Parkplatz genutzt wird, ist das Parken hinten ausdrücklich verboten. „Es wäre doch schade, wenn die Fläche nur als Parkplatz genutzt würde“, meint Ackermann zu Recht. Hinten präsentiert sich mit der als Erstes renovierten Kirchenscheune ein ebenso stattliches Fachwerk-Gebäude, das mit WC und Lagerraum auch für künftige Feste und Veranstaltungen zweckmäßig ist.

Auch vorne zum Paul-Gerhardt-Platz hin wurde in dem Zug einiges erneuert. Jetzt ist der Platz bis auf kleinere Dinge fertiggestellt, seit Mai 2017 liefen die Arbeiten. „Es fehlen noch einige Bäume und Pflanzen, außerdem wollen wir Bänke aufstellen“, sagt der Bürgermeister. Ein Info-Pavillon folgt später zur Straße hin, wo auch ein Bushäuschen entstehen wird.

Alles zusammen wird rund 670 000 Euro kosten, wobei die Hälfte aus dem Fördertopf stammt. Die Dorferneuerung ist damit in Rüdenhausen längst nicht abgeschlossen, es stehen einige weitere Dinge an. Das zweite Paket werde wohl teurer, schätzt Bürgermeister Ackermann. Darin sind fast alle Straßen im Altort enthalten, die hergerichtet und bepflanzt werden. Doch jetzt wird erst einmal der Abschluss des ersten Teils gefeiert.

Los geht am Freitag ab 17 Uhr, wobei der offizielle Teil ab etwa 18 Uhr startet.