Zunächst wurde wegen millionenschwerer Untreue gegen ihn verhandelt, in diesem Verfahren war er Anfang Mai zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Dann musste er sich wegen der Vorwürfe verantworten, er habe in der Untersuchungshaft Pläne geschmiedet, um seinen Richter im Untreue-Prozess entführen zu lassen.

Laut Staatsanwaltschaft wollte er damit einen Freispruch erzwingen. Zwei Mithäftlinge soll er damit beauftragt haben, ihre Kontakte in die kriminelle Szene zu nutzen, um die Taten ausführen zu lassen. Die beiden verurteilten Straftäter hatten ihn vor Gericht schwer belastet.

Der Angeklagte bezeichnete die Vorwürfe als absurd. Die Verteidigung forderte in ihrem Plädoyer Freispruch - unter anderem, weil sich die Belastungszeugen in Widersprüche verwickelt hätten. Die Staatsanwaltschaft dagegen verlangte eine Haftstrafe von neuneinhalb Jahren.