Tagelang kämpften die Ärzte um sein Leben, doch dann starb ein acht Jahre alter Bub aus Hof an den Folgen eines Badeunfalls. Am Mittwoch fand nun vor dem Amtsgericht der Prozess gegen eine Betreuerin statt. Die Staatsanwaltschaft warf ihr fahrlässige Tötung vor und verurteilte sie - allerdings nur zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 40 Euro. Doch die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt: Wenn die Frau innerhalb eines Jahres nicht wieder straffällig wird, bleibt ihr die Geldzahlung erspart.

Wie ein Gerichtssprecher mitteilte, sah der Richter in dem Fall besondere Umstände. So war die angeklagte Betreuerin von einem Kollegen vorausgeschickt worden und in den entscheidenden Momenten alleine für die Kinder verantwortlich.
Vor einem Jahr war die pädagogische Fachkraft laut Anklage mit einer Gruppe von Grundschulkindern ins Freibad gegangen. Der Achtjährige konnte nicht schwimmen; die Betreuerin soll ihn aber dennoch ohne Schwimmflügel in ein 1,25 Meter tiefes Becken gelassen haben - das Kind selbst war nur 1,26 Meter groß. Der Angeschuldigten wird daher vorhergeworfen, ihre Aufsichtspflichten verletzt und Unfallverhütungsvorschriften nicht eingehalten zu haben.

Der Bub ging unter und blieb regungslos im Wasser. Gäste zogen ihn heraus und begannen mit dem Bademeister die Wiederbelebung. Das Kind wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo es wenige Tage später starb.