"Unsere Maßnahmen hatten nachhaltige Wirkung auf die Organisationsstruktur der rechten Szene", sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Bayreuth.

Der Paukenschlag ereignete sich am 23. Juli 2014: An diesem Tag verbot das bayerische Innenministerium das seit 2009 gestrickte rechte "Netz"; das Haus im oberfränkischen Oberprex, gekauft von der Mutter eines bekannten rechten Aktivisten, wurde geschlossen, die Immobilie und Kisten voller Beweismaterial beschlagnahmt.

Schon lange im Visier des Verfassungsschutzes

Der Verfassungsschutz hatte das Netzwerk schon lange im Visier. Hier hatten sich die Rechten aus dem süddeutschen Raum eine virtuelle Struktur gegeben, ein Forum, um Propaganda zu verbreiten, "Politik" zu machen und Veranstaltungen anzukündigen; kein Verein, keine Partei, kein greifbares Konstrukt, weshalb es lange dauerte, um genug Ansatzpunkte für das Verbot zusammen zu tragen. Gegen Verbot und Beschlagnahmung ist eine Reihe von Klagen anhängig, bei deren Bearbeitung die Justiz keine Eile hat. Aus Verfassungsschutzkreisen heißt es, dass das Verbot des "FNS" vor Gericht Bestand haben wird. "Das hatten wir bis ins letzte Detail ausgearbeitet", sagt ein Experte.

Das "Freie Netz Süd" war der Nachfolger der "Fränkischen Aktionsfront", die ab 2001 vor allem in Mittelfranken ihr Unwesen trieb. Und auch das "Freie Netz" zieht weiter Fäden: Schon lange vor dem Verbot hatten die führenden Köpfe der rechten Szene eine neue Plattform installiert: "Der Dritte Weg" gibt sich mit dem Bild des Reichstags einen betont politisch-nationalen Anstrich.

"Der dritte Weg", der bislang ohne festen Treffpunkt auskommen muss, strebt die Anerkennung als Partei an. Beflügelt fühlen sich die Aktivisten durch die "Pegida"-Bewegung, mit der man sich in der Wortwahl nahe kommt. Auf der Webseite des "Dritten Wegs" liest man ständig von "Volk" und "Systempresse" und "Gutmenschen"...