16 Tage nach dem verheerenden Busunglück auf der A9 in Oberfranken mit 18 Toten und Dutzenden Verletzten hat am Mittwoch (19. Juli) in Münchberg ein ökumenischer Gottesdienst für die am Einsatz beteiligten Rettungskräfte stattgefunden. Dabei sprach die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner den Helfern ihre Dankbarkeit, Hochachtung und Respekt für deren stundenlangen Einsatz am Unfallort aus. "Sie haben getan, was Sie tun konnten", sagte Greiner in ihrer Predigt in der Münchberger Stadtkirche. Auch das Bergen der Toten sei ein wichtiges Werk der christlichen Barmherzigkeit.
Es gehöre wohl zum Schlimmsten für Einsatz-und Rettungskräfte, wenn jede Hilfe zu spät komme. Dann brauche die Seele mehr als Dankesworte, sondern ihre Zeit, "damit sie neue Kraft auftankt, frei und fröhlich wird, Frieden findet und zu einer Ruhe kommt, die mehr ist als ein Verdrängen von inneren Bildern", sagte die evangelische Theologin laut Predigtmanuskript. Gott sei auch in dieser Katastrophe bei den Leidenden, bei den Angehörigen und bei den Helfern gewesen: "Der Vater im Himmel ist nicht der ferne Strippenzieher, der verantwortlich ist für den Unfall."
Auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick übermittelte den Einsatzkräften und ehrenamtlichen Helfern Anerkennung, Wertschätzung und Dank. Sie hätten vielen Menschen ein Beispiel gegeben für beherzten Einsatz für hilfsbedürftige Menschen, schrieb Schick in einem Grußwort, das im Gottesdienst verlesen wurde. Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrleute, Ärztinnen und Ärzte, Rettungssanitäter und Kräfte der Krisenintervention und Notfallseelsorge hätten dazu beigetragen, "dass nicht noch mehr Unheil am Unfallort passiert." Auch der Gottesdienst werde nicht alle Fragen nach dem Warum beantworten. "Aber er kann den Glauben und die Hoffnung stärken, dass die Toten bei Gott leben, die Trauernden Trost finden, die körperlichen und seelischen Wunden geheilt werden."
Das Unglück hatte sich am 3. Juli morgens auf der A9 bei Münchberg ereignet. Der Termin für dem Gottesdienst sei ganz bewusst in zeitlichem Abstand zum Unfalltag gewählt worden, hatte Münchbergs evangelischer Dekan Erwin Lechner im Vorfeld dem Evangelischen Pressedienst (epd) gesagt. Den Helfern von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten, Technischem Hilfswerk (THW) und der Autobahnmeisterei sollte zunächst Zeit gegeben werden, die Erlebnisse dieser Tragödie persönlich ein Stück weit zu verarbeiten.