Monika Schraut gibt das Kommando. "Ja" ruft sie über die Straße hinweg zu Renate Schneider, und beide treten auf die Fahrbahn. Ausgestattet sind beide Frauen mit einer Leuchtweste und einer Kelle. Sie stellen sich quer zur Fahrbahn, stoppen mit der Kelle Autos und lassen viele Schulkinder die Staatsstraße passieren.
Monika Schraut und Renate Schneider sind Schulweghelfer. Sie hatten an diesem Dienstagmorgen (4.Juni) Dienst auf der sogenannten Warmuth-Kreuzung. Das ist der Knotenpunkt der Staatsstraße Zeil-Krum mit der Abt-Degen- und der Krumer Straße. Benannt ist die Kreuzung nach dem Gasthaus Warmuth, das in Sichtweite liegt.

Die Kreuzung gilt als gefährlich. Aus mehreren Gründen: Sie liegt auf einer Kuppe; sie bildet in Fahrtrichtung Krum eine Linkskurve; sie verleitet dank ihres breiten Ausbaus zwischen Zeil und dem Stadtteil zum flotten Fahren.

In der Vergangenheit hat es bereits mehrere Unfälle an der Kreuzung gegeben. Vor Jahren starb eine ältere Fußgängerin, die von einem Auto angefahren worden war.

Die Stadt bemüht sich seit Jahren um dem Umbau der Kreuzung in einen Kreisverkehr. Bisher vergebens. Jetzt hat das Staatliche Bauamt in Schweinfurt den Faden erneut aufgenommen und eine hohe Förderung in Aussicht gestellt (rund 80 Prozent). Diese Chance muss und will die Stadt Zeil jetzt nutzen.

Wer morgens an der Kreuzung steht, kann beobachten, dass viele Autofahrer sich vorsichtig an die Übergangsstelle herantasten, die die Schulweghelfer immer kurz vor 8 Uhr sichern. Die Gruppe der Schulweghelfer hat sich bewährt. Die Sicherheit für die Buben und Mädchen ist verbessert worden.

Weniger rücksichtsvoll

Es gibt aber nicht nur mitdenkende Autofahrer, sondern auch Verkehrsteilnehmer, die weniger rücksichtsvoll sind. Monika Schraut und Renate Schneider sowie die zahlreichen weiteren Schulweghelfer berichten immer wieder von gefährlichen Situationen an dem stark frequentierten Knotenpunkt.

Vor allem aus Richtung Krum donnern die Fahrzeuge bisweilen viel zu schnell an die Kreuzung heran. "Wenn man da blitzen würde, könnte man einen Haufen Geld verdienen", meint Monika Schraut.

Mit dem Rasen wird es vorbei sein, wenn der Kreisverkehr einmal fertig ist. Dann müssen alle Fahrzeuge aus allen Richtungen abbremsen und langsam fahren, wenn sie in den Kreisel einbiegen und wieder herausfahren. Im Sommer soll der Bau des Kreisverkehrs beginnen.

Die Errichtung des Kreisverkehrs an der Warmuth-Kreuzung ist ein Investitionsschwerpunkt 2013. Das geht aus den Daten für den Haushalt des laufenden Jahres hervor, den der Zeiler Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend im Rathaus einstimmig verabschiedet hat. 548.000 Euro sind für das Projekt angesetzt.

Im Stadtrat herrscht Einigkeit darüber, dass der Kreisverkehr gebaut werden soll. Damit werde eine "gefährliche Kreuzung und damit die Zufahrt zu unserem größten Wohngebiet entschärft", sagte Stadtrat Dieter Köpf (CSU). Ludwig Leisentritt (SPD) hält den Kreisel ebenfalls für "außerordentlich wichtig". Und der ÜZL (Überparteiliche Zeiler Liste) erscheint der Umbau nach den Worten von Stadträtin Christl Pottler "als sehr notwendig", um die Sicherheit an dieser Stelle zu erhöhen.

Neues Einsatzfahrzeug

Weitere Gelder fließen 2013 in folgende Projekte: die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges für die Feuerwehr (Anfinanzierung von 143.000 Euro), den Neubau der evangelischen Kindertagesstätte (Ansatz heuer: 560.000 Euro), den Einbau eines Blockheizkraftwerkes für den Gebäudekomplex Hallenbad, Schule und Rudolf-Winkler-Haus (227.000 Euro; das Projekt steht bereits vor der Vollendung) und die Erneuerung von verschiedenen Straßenabschnitten (143.000 Euro).

Diese Summen sind Teil des Vermögenshaushaltes (Investitionen), den der Stadtrat billigte. Der Vermögensetat hat ein Volumen von insgesamt 2,9 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt (laufende Einnahmen und Ausgaben) für 2013 beläuft sich auf 9,1 Millionen Euro, so dass sich ein Gesamthaushalt von zwölf Millionen Euro ergibt. Weiter genehmigte der Stadtrat am Montag den Haushalt für die Stadtwerke mit rund 7,7 Millionen Euro und die weitere Finanzplanung bis 2016.

Aus den Redebeiträgen von Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) und der drei im Stadtrat vertretenen Fraktionen ging hervor, dass sich die finanzielle Situation für Zeil leicht entspannt habe. Seit Jahren kämpft Zeil mit engen Vorgaben, die es schwer machen, gestalterische Vorstellungen umzusetzen. Zudem drückt die Stadt ein hoher Schuldenberg.

Für 2013 geben höhere Schlüsselzuweisungen, die der Freistaat Bayern an Zeil überweist, und eine bessere Beteiligung an der Einkommenssteuer der Stadt etwas mehr Luft. Damit sei es gelungen, einen Haushalt mit Augenmaß aufzustellen, fasste Bürgermeister Thomas Stadelmann zusammen.

"Trotz der Zahlen, die besser sein könnten, sollten wir optimistisch in die Zukunft schauen", sagte der Bürgermeister. Er hofft auf einen größeren Spielraum in einigen Jahren. Sein Ziel ist besonders, Zeil als attraktive Stadt zu erhalten und zu entwickeln, damit möglichst viele Menschen hier leben wollen.

Bei allen Bemühungen und Aufwendungen "müssen wir den Schuldenstand im Auge haben", betonte er. Der neue Haushalt für 2013 sieht zwar eine leichte Neuverschuldung in Höhe von rund 300.000 Euro vor, die aber nach Meinung Stadelmanns vertretbar ist. Er wies darauf hin, dass die Stadt zwischen 2009 und 2013 (Prognose zum Ende des Jahres) ihre Verbindlichkeiten von elf Millionen Euro auf 9,6 Millionen Euro abgebaut haben werde.

Zu wenig Geld

Im Stadtrat herrscht Konsens über den Kurs der Stadt in der Haushaltspolitik. Notwendiges soll gemacht, Wünschenswertes nur realisiert werden, wenn es die Kassenlage hergibt - was derzeit nicht der Fall ist.

Der Etat 2013 bietet nach Ansicht von Dieter Köpf (CSU) den passenden Rahmen, um "eine gute, nachhaltige Entwicklung der Stadt" zu ergänzen und zu verstärken. Ludwig Leisentritt (SPD lobte: "Zeil ist in der Vergangenheit gut verwaltet worden. Insgesamt sollten wir also zuversichtlich und selbstbewusst in die Zukunft schauen", sagte er. Christl Pottler (ÜZL) begrüßt vor allem die Bauplatzverkäufe als Beleg dafür, dass Zeil attraktiv ist - und weil damit Geld in die Stadtkasse kommt.

Weitere Themen

Volkszählung Der Mikrozensus 2011, für den dieser Tage die ersten Ergebnisse bekannt gegeben worden sind, hat die Entwicklung in der Stadt Zeil bestätigt. Darauf wies Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) in der Sitzung des Zeiler Stadtrates am Montagabend im Rathaus hin. Nahezu punktgenau stimmen zum Beispiel die eigenen Daten der Stadt und die Resultate des Mikrozensus', der sogenannten kleinen Volkszählung, bei der Bevölkerungsentwicklung überein. Danach hat die Stadt Zeil eine weitgehend stabile Einwohnerzahl, die derzeit bei rund 5600 Personen liegt.

Würdigung Stadtrat Josh Mahr (CSU) nutzte die Stadtratssitzung am Montagabend, um den Feuerwehren in der Stadt, dem Technischen Hilfswerk und weiteren freiwilligen Helfern den Dank der Krümler auszusprechen für die Hilfe beim Hochwasser am Pfingstsonntag. Ein Sturm mit heftigen Regenfällen hatte den Krumbach im Zeiler Stadtteil stark anschwellen lassen. Den Feuerwehren, dem THW und den Helfern gelang es, dank ihres Einsatzes das Schlimmste für die Betroffenen in Krum abzuwenden. Bürgermeister Thomas Stadelmann schloss sich dem Lob von Stadtrat Mahr an und unterstrich, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement der Helfer für das Wohl der Bevölkerung und eine funktionierende Gesellschaft sei.

Werbung Die Stadt bekommt ihr Schild auf der nahen Autobahn mit einem Hinweis auf das neue Hexendokumentationszentrum. Damit ist das Bemühen Zeils um diese Form der Reklame für die vor eineinhalb Jahren im Stadtturm und dem benachbarten ehemaligen Fronhaus eröffnete Einrichtung von Erfolg gekrönt. Die Autobahndirektion Nordbayern habe ihre Zustimmung dazu gegeben, das Schild an der A 70 aufzustellen, sagte Thomas Stadelmann dem Stadtrat. "Das Thema ist definitiv durch", erklärte er. Die Autobahndirektion könnte sich nach seinen Angaben sogar vorstellen, dass mit dem Schild nicht nur auf den "Zeiler Hexenturm" hingewiesen wird, sondern auf Zeil mit seinem historischen Ensemble allgemein.