Wenig spektakulär liest sich die Tagesordnung für die Sitzung des Marktgemeinderates im Rathaus, nur ein Punkt steht drauf: Bauanträge. Das seit Wochen bestimmende Thema im Ort blieb bei der Ladung zur Sitzung ausgeklammert: Die Pleite von Bürgermeister Karlheinz Denninger (Gemeinwohl) samt seiner bei der Gemeinde offenen Rechnungen sollte auch im nicht-öffentlichen Teil nicht thematisiert werden. Nun ist aber aus Gemeinderatskreisen zu hören, dass der Bürgermeister im nicht-öffentlichen Teil eine Erklärung abgeben will. Auf Anfragen unserer Zeitung am Wochenende hat Denninger bislang nicht reagiert.

Niediek wünscht Mäßigung

Und es gibt offene Fragen, finden zumindest die Mitglieder der konkurrierenden Bürgerwohl-Liste. Die wollen sich mit der Stellungnahme der Verwaltung, vorgetragen bei einer Sitzung des Bauausschusses des Hofheimer Stadtrates kurz vor Allerheiligen, nicht abspeisen lassen. "Das Thema gehört in den Marktgemeinderat und nicht in den Hofheimer Bauausschuss", schimpfte ein Burgpreppacher Ratsmitglied.

Zur Mäßigung indes ruft Denningers Stellvertreter Hermann Niedeck (CSU) auf: Er ist nicht damit einverstanden, dass bei dem ganzen Durcheinander die Marktgemeinde Burgpreppach Schaden erleidet und ihren guten Ruf verliert. "Da trifft einen Bürger unserer Gemeinde ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag und statt Unterstützung oder zumindest Verständnis wird von allen Seiten auf ihn eingedroschen", erklärt Niediek.

Und der Dritte Bürgermeister weiter: "Ich glaube, dass diejenigen, die da schreien oder mit Hetzplakaten im Auto umherfahren und Leserbriefe schreiben, nicht wissen, welchen Schaden sie für uns alle anrichten." Niediek befürchtet nach den negativen Äußerungen, dass die Marktgemeinde mit ihren Ortsteilen zum Schluss der große Verlierer sein könnte.

Verwaltung wehrt sich

Für die Verwaltungsgemeinschaft in Hofheim erklärten VG-Vorsitzender Wolfgang Borst und Geschäftsstellenleiter Alexander Dellert, dass für die offenen Beitragszahlungen, die in die Jahre 2001/2002 zurückdatieren, vom Gemeinderat jeweils ordnungsgemäß Stundungen beschlossen worden seien. Auch für die Grundstücke des Bürgermeisters. Für diese landwirtschaftlich genutzten Flächen, die als Gewerbegebiet überplant wurden, sollten erst im Falle eines Verkaufs oder einer gewerblichen Nutzung Beiträge fällig werden.

Zwischenzeitlich, so Borst und Dellert in einer neuerlichen Stellungnahme, habe es keinen Grundstücksverkauf von Denninger an die Marktgemeinde gegeben, weswegen auch kein Geld geflossen sei. Detailliert führen die VG-Chefs an: "Das Grundstück, über dessen Ankauf durch die Gemeinde bei einer Sitzung des Gemeinderates vor zirka eineinhalb Jahren ohne Denninger diskutiert und ein Kaufangebot verabschiedet wurde, ist anschließend weder durch die Gemeinde noch von einem Dritten gekauft worden", stellen Borst und Dellert eindeutig fest und rücken damit anderslautende Behauptungen aus Ratskreisen zurecht.

Da es sich um ein Grundstück im Bebauungsplangebiet gehandelt hat, für das Karlheinz Denninger die Beiträge gestundet wurden, hätten sich bei einem Ankauf durch die Gemeinde die gestundeten Beiträge von selbst erledigt, heißt es in dieser Klarstellung aus der VG Hofheim weiter. "Da kein Verkauf stattfand, blieb das Grundstück bis zum Schluss im Besitz des Bürgermeisters und ist damit auch Bestandteil des Zwangsversteigerungsverfahrens."

Landgericht entscheidet bald 

Laut der Veröffentlichung des Amtsgerichtes Bamberg kamen Anfang Oktober insgesamt neun Grundstücke in den Gemarkungen Burgpreppach, Ibind und Bischwind (Stadt Ebern) mit einem Gesamtverkehrswert von 470.000 Euro "unter den Hammer". Dabei wurde auch öffentlich, dass vorrangige Forderungen (wie von der Gemeinde) in einer Höhe von rund 86.000 Euro im Raum beziehungsweise im Grundbuch stehen. Beim zweiten Versteigerungstermin erfolgte Anfang Oktober auch ein Zuschlag. 270 000 Euro hatte eine Frau aus Neuburg an der Donau geboten. Gegen diesen erfolgten Zuschlag wurde Beschwerde eingelegt, über die am Landgericht in Bamberg in den nächsten Tagen entschieden wird, wie der Präsident der Berufungsinstanz, Manfred Werth, auf Anfrage erklärte.

Erst müsse der zuständige Einzelrichter noch einige Fristen für Stellungnahmen abwarten, hieß es. Allein die Tatsache, dass der Fall einem Einzelrichter und nicht der Beschwerdekammer übertragen wurde, gilt in Juristenkreisen als ein Indiz, dass es sich bei der Klärung um eine weniger komplexe Angelegenheit handelt.
Sollte die Zuschlagserteilung bestätigt werden, fließen von den gebotenen 270 000 Euro die offenen 86 000 Euro an vorrangigen Forderungen an die jeweiligen Rechnungssteller. Das können Gemeinde, Finanzamt, aber auch der Kaminkehrer sein.