Die Münzen scheppern in den schweren Spardosen der Kinder. Am Weltspartag tragen sie ihre vollen Büchsen stolz zur Bank. Für ihren Eifer werden sie mit kleinen Geschenken belohnt. Ob Sparstrumpf oder Sparbuch, fast jeder legt sich irgendwo Geld zurück.

Auch für Hans Körner ist es wichtig zu sparen. Er ist Pfarrer in den evangelischen Kirchengemeinden Rentweinsdorf und Salmsdorf. In vier Jahren geht er in Rente, dann will er "eine eigene Bleibe", erzählt er. Der 61-Jährige spart auf ein Haus oder eine Wohnung. Fünf Kinder hat er, die er beim Studium unterstützt hat. Im Alltag fallen viele Kosten an, Versicherungen müssen bezahlt werden, sagt er. Trotzdem müsse man Geld zur Seite legen, meint der Geistliche.

Mit Spielgeld lernen

Bei den Jüngsten spielt dagegen das Geld noch keine große Rolle. "Die Kinder haben noch nicht den Bezug dazu", sagt Beate Klarmann. Sie ist Kindergärtnerin im Kindergarten St. Magdalena in Ebelsbach. Bekommen die Kinder Geldgeschenke zum Geburtstag, verwahren das die Eltern, erzählt die 57-Jährige. Das Sparen sei einfach noch kein Thema. "Bei den Schulkindern ist das wieder etwas anderes."

Im Kindergarten werde vermittelt, dass man Geld braucht, um etwas zu kaufen, sagt Beate Klarmann. "Sie wissen, dass die Dinge etwas kosten." In einem Kaufladen tauschen sie Spielgeld gegen Waren. "Sie sehen aber die Wertigkeit noch nicht." Gehe es aber darum, an Weihnachten oder zu Ostern vom eigenen Geld etwas abzugeben, seien die Kinder dabei. "Sie sparen dann auch in den Opferkästchen."

Bei Wilhelm Schneider, dem Bürgermeister der Gemeinde Maroldsweisach, sitzen die Scheine nicht so locker. "Ich bin als Sparminister verschrien", sagt er und lacht. Die Gemeinde musste schon immer mit wenig Einnahmen zurecht kommen, erzählt der 55-Jährige. "Man muss schauen, wo man sparen kann." Auf die richtigen Schwerpunkte komme es ihm an. Familien und Jugendliche stehen auf seiner Liste weit oben. "Und es ist wichtig, Fördertöpfe anzuzapfen." Doch das Sparen sei nicht alles. "Die Menschen müssen sich bei einer Sache integriert fühlen." Deshalb lege er Wert auf Eigenleistungen der Bürger, die sich auch an Investitionen beteiligen. "So identifizieren sie sich damit. Schließlich geht es um Dinge, die für uns alle gedacht sind." Er hält aber nichts davon "zu sparen nur um des Sparens Willen". Privat spart der 55-Jährige gerade für eine technische Aufrüstung seiner Heizung, die er demnächst angehen will. "Am Haus fällt auch immer mal etwas an." Außerdem unterstützt er seine Kinder während ihres Studiums. "Die Ausbildung kostet Geld, und das ist sehr gut angelegt."

Sparen für Noten und Trachten

Für die Ausbildung gibt auch die Blaskapelle Oberschwappach viel Geld aus. "Das fließt direkt in den Einzelunterricht der Musikanten", sagt Alexander Basel. Er dirigiert die Kapelle seit fast 20 Jahren.

Noten, Instrumente, Trachten: Die Unterhaltung eines Vereins ist kostspielig. "Für eine Tuba, die vernünftig klingt, muss man schon um die 5000 Euro ausgeben." Auch dabei unterstützt der Verein die Musiker.
Vor zwei Jahren haben die Mitglieder der Blaskapelle den Proberaum ausgebaut, um die Akustik zu verbessern. Das Geld dafür hatten sie in der Vereinskasse gespart. Jetzt steht der Kauf eines neuen Schlagzeugs an, auch Notenschränke werden gebraucht, sagt der 43-Jährige. "Damit wir es uns leisten können, Musik zu machen, muss der Verein einen riesen Arbeitsaufwand betreiben." Die Mitglieder seien neben der Musik mit vielen anderen Dingen beschäftigt. "Es braucht einen wirtschaftlichen Betrieb dahinter, um etwas Geld reinzukriegen." Die Haupteinnahmequelle sei der Weihnachtsmarkt am 23. und 24. November in Oberschwappach, der von der Blaskapelle organisiert wird. "Mit Konzerten verdienen wir kein Geld." Sie müssten die Karten so teuer verkaufen, dass am Ende keiner mehr komme, erklärt er. Er wolle sich aber nicht beschweren: "Hauptsache, der Spaß ist immer dabei."