Doch Ehrenvorsitzender Hans-Jürgen Dekarski änderte die Dramaturgie: Als Steffen Vogel Armin Schätzlein aus Treinfeld als Kandidat der CSU präsentierte, meldete sich Dekarski zu Wort und verkündete zur Verblüffung vieler Versammlungsteilnehmer: "Wir haben noch andere Kandidaten."

Doch wie schon auf Kreisebene ging Vogel auch mit dieser Personalie professionell um: "Es ist gut, wenn mehrere geeignete Kandidaten zur Wahl stehen."

Dies bezog er auch auf die Landratsaspiranten, wobei Vogel deutlich ausdrückte, dass "ein Kandidat aus Haßfurt die besseren Karten hat als einer aus Maroldsweisach". Widerspruch von Joseph Borschert: "Das Maintal wird den Baunachgrund nie retten." Dennoch fürchtet Vogel, dass ein Wechsel Schneiders die Mehrheitsverhältnisse in Maroldsweisach wieder zu Gunsten der SPD verändern könnte. Es sei aber noch alles offen und die Entscheidung falle am 28. Januar, meinte Vogel. Ein Datum mit Brisanz: "Die beiden Bewerber sind ja miteinander befreundet."

Zur eigenen Person sagte Vogel, dass er bei einer Wahl in den Landtag, "dieses Mandat im Gegensatz zu meinen Vorgängern nicht als Zweitjob ausüben" werde.

Geehrt für 40 Jahre Mitgliedschaft in der CSU wurde Hans Rippel sowie Helmut Zier für 30 Jahre. "Aus Überzeugung sei er in die Partei eingetreten, nachdem er zwei Strauß-Reden in München und Nürnberg gehört hatte", erzählte Zier. Steffen Vogel bezeichnete Zier als Vorbild, da man sich als Gemeinderat "nicht nur Freunde macht".