Rudolf Rath und Klaus Bayersdorfer von der DLRG-Ortsgruppe Ebern engagieren sich seit dem Jahr 2008 für die Aktion "Sichere Schwimmer." Auch in diesem Jahr haben sie sich wieder Kindern der Grundschulen Ebern/Rentweinsdorf, Maroldsweisach/Pfarrweisach und Untermerzbach angenommen. Die beiden Ausbilder sind stolz, dass fast alle Kinder der vierten Klassen, etwa um die 500, das Schwimmen erlernt haben. Die AOK unterstützt diese Aktion im Freibad Ebern vor Ort, wo es für die Kinder Belohnungen gab.

"In der Regel können zum Schuljahresbeginn mehr als die Hälfte der Schüler noch nicht schwimmen und einige haben sogar panische Angst vor dem Wasser" weiß DLRG-Ausbilder Rudolf Rath, der im Jahr 2008 sein Bäckergeschäft aufgegeben hat und sich seitdem verstärkt der Schwimmausbildung mit seinen Helfern der DLRG-Ortsgruppe Ebern widmet. Einer der ersten Stunde ist Hans Elflein, heute eher als Platzwart am Wohnmobilstellplatz in Ebern bekannt, und auch Harald Theuring zählte zum Team. Die beiden haben aus Altersgründen ihren Einsatz als Schwimmausbilder aufgegeben, was nun in Händen von Rath und seinem Vertreter Klaus Bayersdorfer liegt. Die beiden sind sich einig: "In hervorragender Zusammenarbeit mit den Lehrkräften wird ein effektiver Schwimmunterricht geboten, der zum schönsten Unterrichtsfach erklärt wurde."

Mit dabei aus der Grundschule Maroldsweisach ist der neunjährige Paul Gradl. Er ist begeistert vom Freibad in Ebern und zwar auch deshalb, weil an diesem Tag das Schwimmbecken statt der Schulbank ansteht. "Toll, was heute hier los ist, und das mit den Entchen hat auch Spaß gemacht", freute sich Paul. Die Rektorin der Grundschule Ebern, Gudrun Schnitzer, sprach den beiden DLRG-Leuten, der AOK und der Stadt Ebern ihren Dank für die Unterstützung der Aktion aus. "Der Erfolg gibt der Aktion recht und wir freuen uns, dass viele unserer Kinder hierüber das Schwimmen lernen", sagte die Rektorin.


Klasse ohne Nichtschwimmer

Schwimmausbilder und Lehrkräfte haben zum Schuljahresende eine ansehnlich Bilanz parat, wie am Mittwoch stolz verkündet wurde: Von 270 Schülern der Grundschule Ebern mit der Außenstelle Rentweinsdorf können von 83 Erstklässlern 70 schwimmen, wobei 40 das "Seepferdchen", 29 das Bronzeabzeichen und ein Kind sogar das "Jugendschwimmabzeichen" in Silber ablegte. In den Klassen zwei bis vier konnten 120 Schüler das "Deutsche Jugendschwimmabzeichen" (DJSA) in Bronze ablegen, 57 das DJSA in Silber einer das Abzeichen in Gold. Eine durchaus positive Bilanz meinen Lehrer und die Ausbilder.

Von 160 Schülerinnen der Grundschule Maroldsweisach mit der Außenstelle Pfarrweisach gibt es noch 24 Nichtschwimmer. 82 haben das "Seepferdchen", 37 das DJSA in Bronze und 17 in Gold. Die Grundschule Untermerzbach hat in ihren Reihen von 39 Schülern nur noch einen Nichtschwimmer. Vier haben das "Seepferdchen", 23 das DJSA in Bronze und elf das DJSA in Silber. "Alle Viertklässler verlassen die Schule Untermerzbach als Schwimmer", freut sich Rudi Rath. Die erfolgreichste Klasse in diesem Schuljahr war die Klasse 1b der Grundschule Ebern. Dort legten acht Kinder das "Seepferdchen" ab und zwölf das Bronzeabzeichen. In dieser Klasse gibt es keinen Nichtschwimmer.


"Schwimmen können ist wichtig"

Bürgermeister Jürgen Hennemann war am Mittwoch nicht in Badehose, sondern mit Hemd und Krawatte ins Freibad gekommen. Er hoffte, dass alle viel Spaß haben und gerne das Freibad Ebern besuchen. "Schwimmen können ist wichtig und dass ihr es gelernt habt, dafür gilt Dank den beiden Männern der DLRG Ebern und euren Lehrkräften", sagte der Bürgermeister. Sein Dank galt auch der AOK Schweinfurt die sich als Sponsor mit einbringt. "Der Erfolg mit den Schülern und die sehr gute Zusammenarbeit mit den Grundschullehrern ist uns Motivation genug, diese Arbeit ehrenamtlich fortzuführen", sagte Rudolf Rath. Der Zeitaufwand der DLRG-Leute beträgt bis zu 14 Stunden in der Woche, in der jeweils zehn Schulklassen beim Schwimmunterricht betreut werden.

Lothar Zachmann von der AOK Schweinfurt war gekommen, um die Kinder mit je einer Taucherbrille und einem Schwimmset zu belohnen. "Die Aktion Sichere Schwimmer läuft seit dem Schuljahr 2013 und konnte in diesem Schuljahr auf etwa 40 Schulen in Bayern erweitert werden", sagte er. Insgesamt profitierten von dieser Aktion 6400 Schüler bayernweit und in diesem Jahr nahmen 2400 Kinder teil. "Das Schwimmen rettet Leben und hält gleichzeitig gesund", sagte der AOK-Vertreter.


Untermerzbacher siegten

Der Spaß fehlte auch am Mittwoch nicht, als 210 Schüler das Nichtschwimmerbecken des Freibades Ebern belagerten. Es wurden Schwimmentchen in das Becken gekippt und es galt klassenweise möglichst vieler dieser Quitschentchen in Körbe zu legen. Im "Finale" traten die Grundschüler von Maroldsweisach gegen die aus Untermerzbach an - ein Duell, das die "Itzgründer" aus Untermerzbach mit 94 Entchen für sich entscheiden konnten.